


PFORZHEIM. Seit 25 Jahren ist die ehemalige Schultafel im „Haus der Vereine“ in Huchenfeld nicht mehr gewischt worden, so dass immer noch die schmucken Eröffnungsmalereien für dieses Vereinshaus vorhanden sind. Am Sonntag wurde gefeiert.
„Ihr ward erfolgreich, weil ihr an Euch geglaubt habt“, sagte der stellvertretende Ortsvorsteher Bernd Heintz, der in Vertretung des erkrankten Ortsvorstehers Heinrich Bayer das Vereinsleben in Huchenfeld lobte. In Anspielung an die PZ-Aktion „Wir in Huchenfeld“ nannte Heintz das Leben im Stadtteil als „geprägt von einem Miteinander in einer noch weitestgehend intakten Dorfgemeinschaft, in der die Vereine eine sehr wichtige Rolle spielen.“ Hier kenne noch fast jeder jeden, man helfe sich gegenseitig und arbeite zusammen. Das spiegele sich in der Geschichte dieses Hauses an der Hauptstraße 171 wider, in dem gestern gefeiert wurde. Bis zum Jahr 1971 sei das heutige „Haus der Vereine“ noch als Schule genutzt worden.
„Viele Jahre stand es dann nach dem Bau der neuen Schule an der Ulrichstraße leer, bis es auf Anregung der Ortsverwaltung von engagierten Huchenfelder Vereinen umgebaut wurde“, so Heintz. Rund zwei Jahre Arbeit, die mit viel Herzblut verbunden gewesen sei, seien vom Schwarzwaldverein, Schwimm-Sport-Verein, Schachclub und Gesangsverein aufgewendet worden, um aus den ehemaligen Schulräumen ansprechende Vereinsräumlichkeiten zu machen.
„Es war ein Experiment, das geglückt ist“, betonte Heintz. Das „Haus der Vereine“ sei im Jahr 1985 eingeweiht worden, und seit seinem Bestehen setze sich die Erfolgsgeschichte fort. Bis auf den Schachclub, den es nicht mehr gebe, dessen Vereinsraum aber vom Roten Kreuz übernommen worden sei, befänden sich noch alle Gründervereine in diesem Haus.
„Lobenswert ist auch das gute Miteinander, das innerhalb der Hausgemeinschaft gepflegt wird“, sagte er. Heintz wünschte den Vereinen weiterhin alles Gute für die Zukunft, wobei er hoffe, „dass diese Erfolgsgeschichte, wie sie hier geschrieben wurde, ihre Fortsetzung im gegenüberliegenden Haus der Generationen finden wird“, so Heintz.
Als Vertreter der Vereine sprach Günter Bierkamp, Vorsitzender des Schwimm-Sport-Vereins, die faire Zusammenarbeit mit der Ortsverwaltung und der Stadt Pforzheim an. Vor zwei Jahren seien die Mietverträge verlängert worden.
Mit dem Stück „Passion“ drücke Nicole Staib vom Harmonika-Spielring Huchenfeld-Würm im übertragenen Sinn auch musikalisch die Leidenschaft aus, mit der alle Vereinsvertreter für dieses Haus arbeiteten, in dem sie sich wohlfühlten und sich gegenseitig in guter Gemeinschaft unterstützten.
Weil die Liebe auch durch den Magen geht, verwöhnten die Vereinsvertreter die zahlreichen Festbesucher mit kulinarischen Köstlichkeiten in jenen Räumen, in denen alte Huchenfelder noch die Schulbank gedrückt hatten. Inzwischen sind aber der Lehrmeister-Geist und die Angst vor „Tatzenstock“-Schlägen einem fröhlichen, unbeschwerten Vereins-Spirit gewichen.
Autor: Roger Rosendahl





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