nach oben
04.06.2009

3,7 Kilo Marihuana verkauft: Drogenhändler verurteilt

PFORZHEIM. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichts-Direktor Karl-Michael Walz hat am Donnerstag einen Drogenhändler zu einer Bewährungsstrafe von 18 Monaten verurteilt. Er hatte 3,7 Kilo Marihuana verkauft.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 27-jährige Martin F. (Name geändert) in sieben Fällen je ein halbes Kilogramm Marihuana von einem Freund gekauft hatte und es zumindest teilweise gegen Geld weitergab. In einem achten Fall ging es um eine kleinere Menge von 200 Gramm. Über gut ein Jahr zog sich der Handel hin. Das Gericht erlegte dem jungen vorbestraften Mann außerdem einen Bewährungszeitraum von drei Jahren auf, bestellte einen Bewährungshelfer für ein Jahr und verhängte eine Geldauflage in Höhe von 1500 Euro.

Ins Rollen gekommen waren dieser und eine ganze Reihe von weiteren Prozessen, als der Kopf des Drogenhandels, Ali D. (Name geändert), und seine drei Kumpels vor zwei Jahren der Polizei ins Netz gingen. Auf einer Liste war unter anderem der Name des Verurteilten als Empfänger notiert. An ihn und andere Händler gaben die Vier Marihuana und Amphetamine weiter, die sie aus Holland in großem Stil beschafften.
„Wir sind zwar miteinander aufgewachsen, gut verstanden haben wir uns aber nie“, sagte der 27-Jährige über seine Beziehung zu Ali D. Ob er das Marihuana weiterverkauft habe, ließ er offen. Für den eigenen Konsum habe er Stoff benötigt, räumte Martin F. ein. Er habe mit 18 Jahren mit dem regelmäßigen Jointrauchen begonnen. „Ein bis zwei Joints am Tag“, erklärte er. Als er mit 24 Jahren Ärger um den Führerschein hatte, habe er den Konsum reduziert. Körperlich und seelisch fühle er sich nicht abhängig. Richter Walz sagte, es handele sich um einen minderschweren Fall des Handels mit Drogen. Anderenfalls wäre die Strafe weit höher ausfallen. Ein umfassendes Geständnis wertete Walz zugunsten des Angeklagten. Staatsanwältin Katharina Stober hatte darüber hinaus für eine Geldauflage in Höhe von 3000 Euro plädiert.

Der Verteidiger Thomas Palke sprach sich für 15 Monate auf Bewährung ohne Geldstrafe aus. Die Martin F. an die Seite gestellte Bewährungshilfe soll klären, ob ein Kontakt zur Drogenberatungsstelle nötig sein wird. Richter Walz warnte den Verurteilten: „Wenn Sie gegen die Auflagen verstoßen, verbüßen Sie die Strafe nachträglich.“