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Wissen bei der Veranstaltung in der Bergdorfhalle rund 500 Besucher in ihrem Rücken: die Landtagskandidaten Bernd Gögel und Bernd Grimmer sowie das Gründungsmitglied der AfD, der frühere FAZ-Redakteur Konrad Adam (von links). Foto: Bechtle
Wissen bei der Veranstaltung in der Bergdorfhalle rund 500 Besucher in ihrem Rücken: die Landtagskandidaten Bernd Gögel und Bernd Grimmer sowie das Gründungsmitglied der AfD, der frühere FAZ-Redakteur Konrad Adam (von links). Foto: Bechtle
28.02.2016

500 Zuschauer verfolgen Wahlkampf-Höhepunkt der AfD in Bergdorfhalle

Mit breiter Brust geht die „Alternative für Deutschland“ dem 13. März entgegen. Jörg Meuthen (54), Spitzenkandidat im Land und neben Frauke Petry Bundessprecher, sagt seiner Partei für Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt zweistellige Ergebnisse voraus. Langfristig sieht er Potenzial für 20 bis 25 Prozent. Seine Aussage, dass die AfD keine Ein-Thema-Partei sei, bestätigen die prominenten Redner am Sonntagabend in der Büchenbronner Bergdorfhalle nicht wirklich. Das Flüchtlingsthema dominiert, Landespolitisches kommt kaum zur Sprache.

Alice Weidel (36), die Vorsitzende der Bundesprogramm-Kommission, vor allem aber Gründungsmitglied Konrad Adam (73) fahren verbal schwere Geschütze auf. Die rund 500 Zuhörer quittieren die Attacken gegen die etablierten Parteien und insbesondere gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Pfui- und Bravo-Rufen.

Von den hiesigen Landtagskandidaten Bernd Grimmer (Pforzheim) und Bernd Gögel (Enzkreis) tritt nur Grimmer kurz ans Mikrofon. Er bezeichnet die jüngste Kritik des FDP-Spitzenkandidaten Hans-Ulrich Rülke am Enzkreis-Bewerber (siehe „AfD-Kandidat Gögel will FDP-Landtagsfraktionschef Rülke anzeigen“) als „miese Demagogie, wie es sie seit 1945, oder besser: seit 1989 auf deutschem Boden nicht mehr gegeben“ habe. Rülke sei nicht für ein Ministeramt geeignet.

Pforzheims Sozialbürgermeisterin Monika Müller wirft er vor, lieber an linksextremen Kundgebungen teilzunehmen, als sich einer kritischen Bestandsaufnahme der Flüchtlingsproblematik zu widmen. Ebenfalls am 23. Februar habe „die unsägliche evangelische Dekanin Quincke“ politisch Andersdenkende als Mob disqualifiziert. Dass dies „geschmackloserweise“ in einem Gebet erfolgt sei, nennt Grimmer „selbst für diese Dame eine neue Dimension“.

In ähnlichem Duktus geißelt Konrad Adam die Asylpolitik. Deutschland sei kein Rechtsstaat mehr, ein Bürgerkrieg, die Diskriminierung von Deutschen und die Machtübernahme durch den Islam drohe. Selbst der Grünen-Politiker Volker Beck, bekennend homosexuell, vergesse „für kurze Zeit seine Vorliebe für kleine Jungs“ und entdecke jene für den Islam.

Ein ZDF-Team filmte mit, Auszüge sollen am Donnerstag, 3. März, im „Morgenmagazin“ gesendet werden.

Mehr darüber lesen Sie am Montag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

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