


PFORZHEIM. Die „verflixte Sieben“ könnte für die Sonnenhöfler zu einem Glücksfall werden: Sieben Jahre nach der Schließung des Eurospar-Marktes steht der Spatenstich für ein neues Einkaufszentrum unmittelbar bevor.
In die Geschichte des Pforzheimer Stadtteils wird die 40. Bürgerrunde des Bürgervereins Sonnenhof allemal eingehen. Wie stets, wenn es um den Versorgungsnotstand und das lang ersehnte Einkaufszentrum ging, blieb kaum ein Platz im Gemeindezentrum unbesetzt. „Heute wurde mit den Abrissarbeiten begonnen, der Schandfleck wird beseitigt“, verkündete Alfred Breuer, Vorsitzender der Interessenvertretung, mit Blick auf das alte Marktgebäude erleichtert. Die schwierige Typografie und noch mehr die komplizierten Eigentumsverhältnisse bezeichnet Breuer als Hauptgründe für die langwierige Planungszeit.
„Alles unter einem Dach mitten im Herzen des Sonnenhofs“, schwärmt Breuer schon heute mit Blick auf die geplante Fertigstellung im April 2011. Auch Bürgermeister Alexander Uhlig zeigt sich erleichtert, dass nicht die schnelle Ersatzlösung auf der günen Wiese, sondern der schwere Weg der Neubelebung einer alten Immobilie verfolgt wurde.
„Zuerst einmal wird ein riesiges Loch im Sonnenhof sein“, informiert Projektleiter Tobias Gann über das neue sogenannte Hybridhaus mit einem Gebäudevolumen von 21 000 Kubikmetern, in dem mehrere verschiedene Gewerke gebündelt werden. Über dem 750 Quadratmeter großen Edeka-Treff-Markt soll die Versorgungsetage mit Arztpraxen und anderen Geschäften rund um den überdachten Atrium-Innenhof zu einem Treffpunkt für alle Sonnenhöfler werden.
Auch die darüber liegenden zwei Etagen mit den 20 betreuten Wohnungen sind über Laubengang und Treppenturm mit integriertem Aufzug barrierefrei und ohne Hindernisse erreichbar. Möglichst geräuscharm soll es auch zugehen, so werden die anliefernden Lastkraftwagen im Gebäude verschwinden, um dort die Waren zu entladen. Außerdem sollen die 31 Parkplätze unter dem neuen Baukomplex mit der bestehenden Tiefgarage verbunden werden. „Endlich geht es los“, freut sich Monika Seckler von der Bauherrengesellschaft der investierenden Palm-Gruppe (Schorndorf) über den Baubeginn und den langfristigen Mietvertrag mit dem Marktbetreiber. Für das betreute Wohnen wird derzeit ein Kooperationsvertrag mit dem „Haus Schauinsland“ angestrebt.
Die Beziehung zwischen Palm und dem Pforzheimer Stadtteil besteht schon seit den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts: Die Apotheke im Sonnenhof wurde vom Schorndorfer Firmenchef persönlich gegründet und eröffnet. Später übergab er sie an den heutigen Besitzer des Apothekengebäudes und Inhaber Martin Stodtmeister.
Autor: Michael Block





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