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Nach dem Angriff besucht Oberbürgermeister Gert Hager (rechts) und Generalkonsul Serhat Aksen den Verletzten und seine Frau im Klinikum. Foto: Seibel/PZ-Archiv
Nach dem Angriff besucht Oberbürgermeister Gert Hager (rechts) und Generalkonsul Serhat Aksen den Verletzten und seine Frau im Klinikum. Foto: Seibel/PZ-Archiv
Vor dem Amtsgericht halten Antifaschisten eine Kundgebung ab – vor den Augen der Polizei, die danach auch strenge Einlasskontrollen vornimmt.  Foto: Seibel
Vor dem Amtsgericht halten Antifaschisten eine Kundgebung ab – vor den Augen der Polizei, die danach auch strenge Einlasskontrollen vornimmt. Foto: Seibel
Ein Cousin des Opfers zeigt im Januar 2015 die kaputte Tür. Foto: Seibel, PZ-Archiv
Ein Cousin des Opfers zeigt im Januar 2015 die kaputte Tür. Foto: Seibel, PZ-Archiv
25.02.2016

Angriff auf Dönerimbiss-Besitzer: Angreifer leugnen Messerattacke

Pforzheim. Über ein Jahr ist vergangen, seitdem der Besitzer eines Dönerlokals in der Nordstadt angegriffen wurde. Den mutmaßlichen Tätern wird seit Donnerstag am Amtsgericht Pforzheim der Prozess gemacht. Dabei widersprachen die Brüder zum Auftakt der Behauptung der Staatsanwaltschaft, mit einem Messer auf den türkischstämmigen Mann eingestochen zu haben.

Sie vermuten vielmehr, dass die Wunde durch Splitter der verglasten Tür entstanden ist, die einer der Angreifer zerstört hatte.

Bis zum Knochen war der linke Oberarm des Mannes aufgeschlitzt, zehn Zentimeter tief und sechs Zentimeter lang war die Wunde, so der behandelnde Unfallchirurg. Ein Schock – für den heute 33-Jährigen und für die Öffentlichkeit. Denn die Angreifer hatten ihn und seine Familie in jener Silvesternacht 2014/15 zudem rassistisch beleidigt. Oberbürgermeister Gert Hager und der türkische Generalkonsul Serhat Aksen besuchten den Geschädigten kurz nach der Tat im Helios Klinikum, vor dem Prozessauftakt am Amtsgericht Pforzheim protestierten acht Antifaschisten gegen rechte Gewalt.

Im Gerichtsaal war dann immerhin eines unstrittig: dass die beiden Angeklagten – 25- und 27-jährige Brüder – die Familie beleidigten. „Scheiß Türken, scheiß Ausländer“, riefen sie. In der Statistik rechtsextremer Straftaten wird der Angriff dennoch nicht auftauchen: „Die Hinweise auf fremdenfeindliche Hintergründe haben sich nicht bestätigt“ - so gibt die Polizei die Erkenntnisse des Staatsschutzes wider.

Das Opfer leidet noch heute körperlich und psychisch an dem Angriff. Ein Urteil soll am Dienstag fallen.

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