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17.06.2011

Archäologe erhält Reuchlinpreis

Wenn am 9. Juli zum 26. Mal der Reuchlinpreis der Stadt Pforzheim verliehen wird, dann erhält diese mit 12 500 Euro dotierte Ehrung zum zweiten Mal ein Archäologe.

Die Heidelberger Akademie der Wissenschaften hatte (wie immer) das Vorschlagsrecht, um damit eine hervorragende deutschsprachige Arbeit auf dem Gebiet der Geisteswissenschaften zu würdigen. Nach Professor Paul Zanker (1999) hat sie in diesem Jahr den Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin, Hermann Parzinger, als Träger jenes Preises ausgewählt, der nach Pforzheims großen Sohn benannt ist: dem Humanisten Johannes Reuchlin (1455–1522).
Weltweit bekannt wurde der heute 52-Jährige durch die Entdeckung eines skythischen Fürstengrabes und rund 6000 Goldobjekten (2001) in der südsibirischen Republik Tuwa. Und ein weiterer aufsehenerregender Fund gelang ihm 2006 mit der Eismumie eines skythischen Kriegers im Altai-Hochgebirge (Mongolei). Und Parzinger ist weiterhin ein vielbeschäftigter Mensch. Daher bleibt ihm am 9. Juli nicht viel mehr als die Zeit, um sich gerademal Medaille, Urkunde und Scheck abzuholen. Ein Rahmenprogramm ist für den Reuchlinpreisträger 2011 nicht nötig. Hermann Parzinger wird direkt zur Feier im Stadttheater eintreffen, um nach dieser gleich zu einer Ausgrabung weiter zu reisen. Wobei ihm aber sicher noch die Zeit bleiben wird, sich ins Goldene Buch der Stadt Pforzheim einzutragen.