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Aufräumarbeiten nach Großbrand in Scheideanstalt © Ketterl
Großbrand in Pforzheimer Scheideanstalt © Ketterl
Großbrand in Pforzheimer Scheideanstalt © Ketterl
Großbrand in Pforzheimer Scheideanstalt © Ketterl
09.04.2012

Aufräumarbeiten nach Großbrand in Scheideanstalt

PFORZHEIM. Stark gefordert hat ein Großbrand bei der Scheideanstalt Heimerle + Meule die Pforzheimer Feuerwehr in der Nacht zum Ostermontag. Erst nach drei Stunden hatten die mehr als 100 eingesetzten Feuerwehrmänner und -frauen den Brand unter Kontrolle. Die Galvanik des Unternehmens wurde durch den Brand vollständig zerstört.

Bildergalerie: Ein Tag nach dem Großbrand: Aufräumarbeiten beginnen

Über die automatische Meldeanlage wurde die Leitstelle der Feuerwehr um 3.19 Uhr alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Kräfte der Berufsfeuerwehr war eine starke Rauchentwicklung aus dem Gebäude erkennbar, ein Mitarbeiter der Sicherheitsfirma berichtete von einer Verpuffung und Flammen im Gebäude.

Bildergalerie: Nach dem Großbrand: Aufräumarbeiten

Wegen der Gefahrenlage – in dem betroffenen Bereich wird mit hochgiftige Chemikalien gearbeitet – lösten die Disponenten der der Leitstelle Großalarm aus. Alle dienstfreien Kräfte der Berufsfeuerwehr sowie die Abteilungen Brötzingen/Weststadt, Dillweißenstein, Hohenwart, Büchenbronn, Huchenfeld und Eutingen wurden alarmiert.

Bildergalerie: Großbrand in Pforzheimer Scheideanstalt

Da sich wegen des Feiertags keine Mitarbeiter in der Firma aufhielten, konnte sich die Feuerwehr voll auf die Brandbekämpfung konzentieren. Diese gestaltete sich sehr schwierig, da als Folge des Brandes Lüftungsleitungen von der Decke gefallen waren und die Zugangstüren von Innen blockierten. Die Löschtrupps mussten mit Rettungs-Spreizern und Bolzenschneidern die Türen zum Brandbereich in der Galvanik aufbrechen. Ferner wurden die Fenster von außen gewaltsam geöffnet, um an die Flammen zu gelangen. Die Feuerwehrhelfer konnten sich im Innern nur tastend fortbewegen, da die Sicht gleich Null war.

Da der Betreiber nicht ausschließen konnte, dass die freigesetzten Stoffen und ausgelaufenen Chemikalien gefährlich sind, habe die Feuerwehr zeitweise alle Einsatzkräfte aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich zurückgezogen, erklärte ein Feuerwehrsprecher gegenüber der PZ. Im Innern des Gebäudes wurden Gefahrstoffe freigesetzt, das ergaben Messungen der Feuerwehr. Das abfließende Gemisch aus Löschwasser und Chemikalien wurde nach Abschluss der Brandbekämpfung von der Feuerwehr in das eigene Fahrzeug des mobilen Gefahrgut-Entsorgungssystem gepumpt und nach dem Einsatz in die firmeneigene Abwasser-Behandlungsanlage zurückgeführt.

Insgesamt hatte die Feuerwehr 54 Trupps mit schwerem Atemschutz sowie 26 Trupps mit Atemfiltern eingesetzt, um die Katastrophe zu verhindern. Der Einsatz war erst gegen 13 Uhr abgeschlossen.

Während des Brandeinsatzes wurde die Feuerwehr um 5.41 Uhr noch zu einem Einsatz in den Stadtteil Mäuerach gerufen. Dort hatte eine Waschmaschine Feuer gefangen. Erster Bürgermeister Roger Heidt, Ordnungsamtsleiter Wolfgang, Raff, Bezirksbrandmeister Link aus Karlsruhe sowie Verteter des Umweltamtes waren vor Ort, um sich über das Ausmaß des Brandes zu informieren. Die Polizei sperrte den Bereich großräumig ab.

Der Geschäftsführer von Heimerle+Meule sowie der Prokurist haben nach Bekanntwerden des Brandes ihren Osterurlaub unterbrochen und sind sofort nach Pforzheim zurückgekehrt, um sich mit Spezialisten über das weitere Vorgehen zu beraten. Experten gehen davon aus, dass die Produktion für Wochen stillsteht. Die Schadenshöhe könnte nach ersten Schätzungen bis zu zehn Millionen Euro betragen. Als Ursache wird ein technischer Defekt an der Anlage nicht ausgeschlossen.

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