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26.10.2010

Ausbildungsmarkt: Noch 68 Ausbildungsstellen unbesetzt

PFORZHEIM. Mit unerwarteten und rekordverdächtigen Zahlen über die Ausbildungssituation 2009/2010 in Pforzheim und dem Enzkreis hat am Dienstag die Agentur für Arbeit Pforzheim überrascht. Sabine Schuster, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit, sagte bei einer Pressekonferenz: "Wir blicken auf ein gutes Beratungsjahr zurück. Die Lage am Ausbildungsmarkt in Pforzheim und dem Enzkreis hat sich entspannt."

Nur zwei Bewerber hätten nicht in Ausbildung vermittelt werden können. Einen so guten Vermittlungswert habe es bei der Agentur für arbeit in Pforzheim noch nie gegeben. 68 Ausbildungsstellen seien unbesetzt geblieben.

Insgesamt hatten sich bei der Berufsberatung 2085 junge Menschen aus Pforzheim und dem Enzkreis für die Besetzung einer Ausbildungsstelle vormerken lassen, 172 mehr als im Vorjahr. Betriebe und Verwaltungen meldeten 1758 Ausbildungsstellen, 65 weniger als im Vorjahr. 424 ausländische Jugendliche ließen sich für eine Ausbildungsstelle vormerken. Schuster: "Bei guten schulischen und sprachlichen Kenntnissen und fähigkeiten hatten ausländische Jugendliche keine Wettbewerbsnachteile." In der Zuständigkeit der Pforzheimer Abeitsagentur gebe es nahezu keine unversorgten Bewerber. Schuster: "Gemessen am Szenario zum Jahreswechsel mit etwas mehr als der Hälfte der vorjährigen Ausbildungsstellen und deutlich mehr Bewerbern, bei dem wir Schlimmes befürchten mussten, liegt nun doch ein tolles und erfolgreiches Beratungsjahr hinter uns." Dieses gute Ergebnis sei gemeinsam mit den Kammern erreicht worden.

Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald, bezeichnete den Ausbildungspakt in der Region, der seit dem Jahr 2004 bestehe, als vollen Erfolg. Bis EndeSeptember seien über vier Prozent mehr Ausbildungsverträge registriert worden als im Vorjahr. Im Vergleich der baden-württembergischen IHKs lägen Pforzheim und die Region damit auf Platz drei und deutlich über dem Landesdurchschnitt von 1,1 Prozent. Heute gebe es ein Überangebot an Ausbildungsstellen. Dieser Umstand sei der demografischen Entwicklung geschuldet. Keppler forderte aber eine neue Ausrichtung des Ausbildungspaktes. "Wir brauchen künftig eine Unterstützung der Unternehmer bei der Eingliederung von Jugendlichen mit Ausbildungshemmnissen und eine bessere Vorbereitung der Jugendlichen mit Blick auf die Ausbildungsreife sowie die sozialen Kompetenzen", so Keppler.

Hans-Günter Engelsberger, Geschäftsführer der Handwerkskammer Außenstelle Pforzheim, ist sich mit dem IHK-Geschäftsführer darin einig, dass alle Berufe mit technischer Ausrichtung eine besonders gute Zukunft hätten. Darum sei es wichtig, verstärkt auch Mädchen für diese Berufe zu interessieren, die bisher andere Berufswünsche hätten.