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Verschiedene Grabarten werden künftig teurer sein: Die Zuschüsse kommen die Stadt teuer zu stehen.
Verschiedene Grabarten werden künftig teurer sein: Die Zuschüsse kommen die Stadt teuer zu stehen.
30.11.2016

Bauausschuss gibt grünes Licht für Erhöhung der Friedhofsgebühren

Der Bau- und Liegenschaftsausschuss hat gestern der Satzungsänderung der Friedhof- und Bestattungsgebühren zugestimmt, die der Gemeinderat am Dienstag, 20. Dezember, verabschieden soll.

Die letzte Anpassung liegt acht Jahre zurück. Seitdem steigt das Defizit bei den Friedhofs- und Bestattungsgebühren jedes Jahr. So lag der Deckungsgrad im Jahr 2008 noch bei 74,3 Prozent, im laufenden Jahr wird er voraussichtlich nur noch bei 52,6 Prozent liegen. Mit der jetzt geplanten Erhöhung der Gebühren soll in den Jahren 2017/2018 immerhin ein Deckungsgrad bei den Ausgaben von 69 Prozent erlangt werden, erklärte Markus Pudschun vom Grünflächen- und Tiefbauamt in der Sitzung. Die Stadt wird trotzdem 2,7 Millionen Euro zuschießen müssen. Die nächste Änderung ist bereits für 2019 vorgesehen.

Die Vorgaben des Haushaltssicherungskonzepts für das Friedhofs- und Bestattungswesen werden laut Pressestelle mit einer prognostizierten Einnahmesteigerung von etwa 729 000 Euro pro Jahr erfüllt. Mit der geänderten Satzung zum 1. Januar 2017 tritt die Kommune den steigenden Kosten entgegen, allerdings nicht in dem Maß, wie es das Regierungspräsidium einfordert. Der Grund liegt in der Angst vor der Konkurrenz und dem Rückgang von Nutzungen. Auf dem Hauptfriedhofsareal tun sich immer mehr Lücken auf, die durch Grabaufgaben entstehen und nicht wieder belegt werden können.

Grünen-Stadtrat Axel Baumbusch forderte eine Diskussion über die Liegedauer von Verstorbenen. Die Regelung, ein Grab nach 25 Jahren einfach abzuräumen, nur weil kein Geld etwa durch Angehörige mehr fließe, sei ein überdenkenswerter Vorgang. Auch CDU-Stadtrat Florentin Goldmann erinnerte daran, wie wertvoll der Hauptfriedhof für die Stadt sei. Er stehe aber auch unter einem hohen Konkurrenzdruck. Wie hoch etwa die Bestattungsgebühren in anderen Städten in der Region sind, konnte ihm Pudschun auf Nachfrage nicht beantworten.

Er führte aber Vergleiche mit größeren Städten an. So wird ein Erdbestattungsreihengrab für Erwachsene und Kinder ab zehn Jahren künftig 1200 Euro (früher 1000 Euro) kosten. In Karlsruhe werden 700 Euro, in Stuttgart 940 Euro fällig. Die Gebühren für Trauerhallen in der Kernstadt und den Stadteilfriedhöfen sollen demgegenüber nur gering zu erhöht werden. Damit wird ein Defizit von 100 000 Euro in Kauf genommen.