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05.04.2011

Bewährungsstrafen und Arbeitsauflagen für Roller-Diebe

PFORZHEIM. Wegen Bandendiebstahls hat das Pforzheimer Jugendschöffengericht unter Vorsitz von Richter Ingo Mertgen vier geständige jugendliche Motorroller-Diebe und einen erwachsenen 22-jährigen Angeklagten zu Bewährungsstrafen, Arbeitsauflagen und Schuldsprüchen verurteilt. Die jugendlichen Angeklagten im Alter von 14, 15 und 16 Jahren räumten ein, zwischen dem 12. August und 12. Dezember des Jahres 2009 elf Motorroller in Pforzheim und Neuenbürg gestohlen zu haben.

"Aus Spaß an der Freunde, um damit rumzukurven", sagte der 15-jährige Haupttäter, dem Staatsanwältin Sonja Heide zehn Diebstähle zur Last gelegt hatte. Unter Einbeziehung einer früheren Strafe erhielt er 20 Monate Haft, wobei die Entscheidung über eine Bewährung sechs Monate zurückgestellt wird. Während dieser Zeit muss er 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und regelmäßig die Schule wieder besuchen, die er in der Vergangenheit notorisch geschwänzt hatte.

Ein seit sieben Wochen in Untersuchungshaft in Stuttgart-Stammheim sitzender 14-jähriger Angeklagter, der seinen Gerichtstermin im Dezember vergangenen Jahres platzen ließ und untergetaucht war, erhielt einen Schuldspruch auf Bewährung. Das Gericht ersparte ihm Arbeitslauflagen, weil die Untersuchungshaft als eindringliche Warnung, künftig keine Straftaten mehr zu begehen, nach Meinung des Gerichts schon genug auf ihn eingewirkt habe. Der dritte Angeklagte, ein 16-Jähriger, bekam unter Einbeziehung eines früheren Urteils wegen Raubes und Körperverletzung eine Bewährungsstrafe von 15 Monaten sowie eine Arbeitsauflage in Höhe von 30 Stunden. Ein 14-jähriger mit - laut Gutachen - "depressiven Anpassungsschwierigkeiten", wurde ebenfalls mit einer Auflage von 20 Arbeitsstunden schuldig gesprochen.

Der Erwachsene, der nicht zu der Jugendbande gehörte, aber ebenfalls drei Krad-Diebstähle begangen hat, erhielt eine Bewährungsstrafe von sieben Monaten und eine Arbeitsauflage von 30 Stunden. "Es ist unverständlich, dass der Erwachwsene die Jungendlichen nicht von den Straftaten abgehalten hatte und stattdessen selber mitmachte", sagte die Staatsanwältin.

Schwerpunt der Roller-Diebstähle waren die Zähringer Allee, die Gymnasiumstraße, die KF, die Erbprinzen- und Wittelsbacher Straße sowie die Antoniusstraße in Pforzheim und die Wldbader Straße in Neuenbürg. Meist zerstörten die Jugendlichen das Lenkradschloss, um an die Roller zu kommen. Es entstand ein Schaden von rund 7000 Euro.

"Besonders dreist ist, dass einige der Jugendlichen nach einer Polizeikontrolle am 10. November 2009 munter weiter Diebstähle begangen haben und als Folge der Kontrolle künftig vorsichtiger agierten und Handschuhe verwendeten, um Fingerabdrücke zu vermeiden", sagte Heide. Alle Angeklagten sind berufs- und ausbildungslos, zum Teil Schulschwänzer und Wegläufer aus Heimen.