07. Oktober 2010

Rocker kontra Türsteher - Hells Angels, United Tribuns, Black Jackets, Gremium

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Das Hauptquartier der „Black Jackets“ befindet sich an der Calwer Straße in der Au. Auch die Sozialarbeiter hatten einen Blick auf den Raum geworfen. Für die Jugend im Quartier muss ein anderer Treffpunkt gesucht werden.
Das Hauptquartier der „Black Jackets“ befindet sich an der Calwer Straße in der Au. Auch die Sozialarbeiter hatten einen Blick auf den Raum geworfen. Für die Jugend im Quartier muss ein anderer Treffpunkt gesucht werden.
© Ketterl

Black-Jackets-Präsident Yilmaz: "Reißleine gezogen"

PFORZHEIM. Viel Aufregung gab es nach der PZ-Veröffentlichung über die „Black Jackets“, eine Gang, die seit 25 Jahren existiert und seit zwei Jahren einen Ableger in Pforzheim hat. Ihr Hauptquartier befindet sich an der Calwer Straße. Dort traf sich PZ-Redakteur Olaf Lorch-Gerstenmaier mit dem Präsidenten der „Black City Crew“, Ümit Yilmaz, 28.

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PZ: Haben Sie Verständnis für Menschen, die die Straßenseite wechseln, wenn ein paar von Ihren Jungs in der Kutte entgegenkommen?
Ümit Yilmaz: Kann ich verstehen, obwohl von uns überhaupt keine Gefahr ausgeht. Wir waren noch nie in eine Schlägerei oder sonst etwas verwickelt. Fragen Sie die Polizei, die gibt mir Recht. Und in seiner Eigenschaft als Mitglied der „Black City Crew“ hat auch noch niemand von uns vor Gericht gestanden.

PZ: Aber sonst schon?
Yilmaz: Das ist dann Privatsache. Wenn es in Ihrem Betrieb ein paar schwarze Schafe geben sollte, die sich persönlich etwas zuschulden kommen lassen sollten, darf das doch keinen Rückschluss auf Ihr Unternehmen als Ganzes zulassen.

PZ: Sie fühlen sich dennoch missverstanden. Warum?
Yilmaz: Wir werden da in eine gewisse Ecke gestellt. Zum Beispiel soll es eine Absprache mit den „Tribuns United“ in der Oststadt gegeben haben, dass wir die Türsteherszene unter uns aufgeteilt hätten. Das ist Quatsch. Von uns hat noch keiner an einer Disco-Tür gestanden.

PZ: Womit wir bei Ihnen und Ihren Kumpels wären. Wie alt sind die Mitglieder, woher stammen sie, was machen sie beruflich?
Yilmaz: Mindestalter ist 18 Jahre. Wir sind rund 20 Mitglieder des Pforzheimer Chapters, davon ein Viertel Vollmitglieder. Die anderen sind „Prospects“, also Anwärter, oder „Supporter“, also Unterstützer. Das hat seinen Sinn – als wir vor zwei Jahren das Chapter hier gegründet haben, waren wir 30. Aber wir haben dann ausgesiebt, weil nicht alle unser Motto „Forever Friends“, für immer Freunde, verinnerlicht haben. Was das Herkunftsland betrifft, sind wir bunt gemischt – Albanien, Litauen, Italien, Rumänien, Türkei. Manche sind im Augenblick ohne Job, andere sind Arbeiter oder Angestellte. Ich bin selbstständig.

PZ: Was haben Sie gelernt?
Yilmaz: Ich bin gelernter Industriemechaniker, bin in Pforzheim geboren, aber lebe seit sieben Jahren in Aalen. Dort bin ich Geschäftsführer eines Betriebes.

PZ: Mischen die „Black Jackets“ auch in Pforzheim im Rotlichtmilieu mit?
Yilmaz: Definitiv nicht.

PZ: Bis vor Kurzem hatten Sie noch Nachwuchs in Pforzheim. Was ist mit den Jungs aktuell?
Yilmaz: Die hatten wir nicht mehr im Griff. Ist vielleicht eine Frage des Alters. Dann haben wir die Reißleine gezogen. Die Polizei hat uns zum Gespräch gebeten und gesagt, es gäbe Ärger wegen unserer „Supporter Black City Crew“, also den Kleinen mit Schwerpunkt Weststadt und Brötzingen. Wir haben versucht, auf die einzuwirken, aber das hat nichts gefruchtet. Dann haben wir gesagt: Her mit den Kapuzenpullis mit der entsprechenden Aufschrift.

PZ: Und wo sind die Kids jetzt?
Yilmaz: Die sind jetzt wohl immer noch in Brötzingen oder im Arlinger – aber nicht mehr als die kleinen „Black Jackets“.

PZ: Sie sagen, die Wahrnehmung in der Bevölkerung sei falsch. Sie seien friedlich, wollten sich nur gemeinsam treffen, Feiern – was Cliquen halt machen. Auf der anderen Seite stehen 21 „Black Jackets“-Mitglieder vor dem Stuttgarter Landgericht. Ihnen wird versuchter Totschlag vorgeworfen, weil sie vermummt auf junge Leute zugestürmt und mit Baseballschlägern, Holz- und Eisenstangen zugeschlagen haben sollen. Wie passt das zusammen?
Yilmaz: Wir wollen nicht für das Verhalten anderer Chapter verantwortlich gemacht werden.

Autor: Olaf Lorch-Gerstenmaier

07.10.2010

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roger
07.10.2010
Black-Jackets-Präsident Yilmaz: "Reißleine gezogen"

Das Interview in seiner Thematik, Wortwahl - auch des Redakteurs, und damit der beiden Ansprache, erinnert mich an Chicago, and die Bronx in NY oder an die Downtown von LA. mehr...

Wolfgang
07.10.2010
Black-Jackets-Präsident Yilmaz: "Reißleine gezogen"

Auch komisch?? Präsidenten der „Black City Crew“, Ümit Yilmaz, 28 "bin in Pforzheim geboren, aber lebe seit sieben Jahren in Aalen. Dort bin ich Geschäftsführer eines Betriebes" Würde mich mal interessieren, was das für ein Betrieb ist. Und wieso macht der seine Multikulti-Truppe nicht in Aalen auf??? Wäre doch naheliegend. Oder gibt da nicht so viele Mitglieder mit Migrationshintergrund?? Oder ist das so, wie bei den großen Motorrad-Clubs, das sie sich einfach Standorte sichern, die von ...... mehr...

Bürger0815
07.10.2010
Black-Jackets-Präsident Yilmaz: "Reißleine gezogen"

[QUOTE=Wolfgang;58246]Würde mich mal interessieren, was das für ein Betrieb ist.[/QUOTE] Wenn er Geschäftsführer ist, dann sollte man das doch im Handelsregister nach sehen können. Gibt's da was online? Wer kennt sich damit aus? Kann mir bitte jemand aus "bürgerlicher Sicht" erklären, was das Problem an den [B][/B]"Black-Jackets" ist? Ich habe von denen noch nie was gehört und was die so machen usw... mehr...

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