

PFORZHEIM. Eine Bratwurst, ein Glühwein, den falschen Fuffziger gezückt, das saubere Restgeld kassiert – so haben es Betrüger 20 Mal auf dem Pforzheimer Weihnachtsmarkt probiert. Jetzt ist die Bande aufgeflogen.
Die Festnahme von zehn Männern und Frauen im süddeutschen Raum zieht Kreise bis nach Pforzheim. Es geht laut Staatsanwalt Rottweil um einen „Schlag gegen organisierte Kriminalität“ – gefälschte, gestohlene Kreditkarten, Kokain. Und Falschgeld. „Blüten“ im Wert von 19 000 Euro wurden bei Durchsuchungen sichergestellt. Damit wurde in einigen Fällen die Zeche auf dem Pforzheimer Weihnachtsmarkt bezahlt.
Ulrich Effenberger, Sprecher der Polizeidirektion Rottweil, spricht auf PZ-Anfrage von 20 Versuchen, in Pforzheim nachgemachte 50-Euro-Scheine unters Volk zu bringen – nicht immer erfolgreich. Aus ermittlungstaktischen Gründen halten sich die Behörden noch bedeckt, woher die „Blüten“ stammen. Nur so viel: Die Scheine seien „im Ausland“ besorgt worden, und die Qualität sei „nicht schlecht“. Keine Auskunft auch über die Nationalität der mutmaßlichen Täter.
Sein Pforzheimer Kollege Wolfgang Schick bestätigt die Vorfälle. Die hiesige Kripo war von Marktbeschickern auf die Vorfälle angesprochen worden – die ihrerseits von den Banken informiert worden waren, dass es sich bei einem Teil der Tageseinnahmen um Falschgeld gehandelt hatte. Die Beschicker waren die Dummen – wie jeder, der sich Falschgeld andrehen lässt. Denn die Weitergabe ist verboten.
Die Festnahmen erfolgten in den Landkreisen Tuttlingen, Schwarzwald-Baar und Zollern-Alb. Es handelt sich um Tatverdächtige im Alter zwischen 22 und 48 Jahren. Ein 23-Jähriger aus dem Kreis Tuttlingen gilt als Drahtzieher.
Nach Erkenntnissen der Ermittler sollen sich die Personen im Ausland total gefälschte Kreditkarten besorgt und damit an mobilen Automaten fingierte Rechnungen bezahlt haben – direkt aufs Konto von Komplizen. Insgesamt sollen sie so versucht haben, 400 000 Euro zu ergaunern. Die tatsächliche Beute liegt laut Polizei bei rund 50 000 Euro.
Weiter sollen zwei Tatverdächtige mit 40 Gramm Kokain gedealt haben. Eine weitere Rauschgiftlieferung sei nicht zustande gekommen, da die mutmaßlichen Täter den Stoff mit Falschgeld bezahlen wollten und dies von ihrem Lieferanten bemerkt wurde. Direkte Kontakte soll es auch zu einer in Berlin festgenommenen Bande geben – Bindeglied ist ebenfalls das Falschgeld aus dem Ausland.
Autor: Olaf Lorch





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