Aktuelles Wetter
Do, 23.02.2012
> Zum Wetter
Trugschluss:  Selbst für Fachleute ist es nicht immer einfach, gute „Blüten“ von guten Euro zu unterscheiden.
Trugschluss: Selbst für Fachleute ist es nicht immer einfach, gute „Blüten“ von guten Euro zu unterscheiden.
© Stache (dpa)

„Blüten“ auf dem Weihnachtsmarkt

PFORZHEIM. Eine Bratwurst, ein Glühwein, den falschen Fuffziger gezückt, das saubere Restgeld kassiert – so haben es Betrüger 20 Mal auf dem Pforzheimer Weihnachtsmarkt probiert. Jetzt ist die Bande aufgeflogen.

Anzeige

Die Festnahme von zehn Männern und Frauen im süddeutschen Raum zieht Kreise bis nach Pforzheim. Es geht laut Staatsanwalt Rottweil um einen „Schlag gegen organisierte Kriminalität“ – gefälschte, gestohlene Kreditkarten, Kokain. Und Falschgeld. „Blüten“ im Wert von 19 000 Euro wurden bei Durchsuchungen sichergestellt. Damit wurde in einigen Fällen die Zeche auf dem Pforzheimer Weihnachtsmarkt bezahlt.

Ulrich Effenberger, Sprecher der Polizeidirektion Rottweil, spricht auf PZ-Anfrage von 20 Versuchen, in Pforzheim nachgemachte 50-Euro-Scheine unters Volk zu bringen – nicht immer erfolgreich. Aus ermittlungstaktischen Gründen halten sich die Behörden noch bedeckt, woher die „Blüten“ stammen. Nur so viel: Die Scheine seien „im Ausland“ besorgt worden, und die Qualität sei „nicht schlecht“. Keine Auskunft auch über die Nationalität der mutmaßlichen Täter.

Banken informieren Beschicker

Sein Pforzheimer Kollege Wolfgang Schick bestätigt die Vorfälle. Die hiesige Kripo war von Marktbeschickern auf die Vorfälle angesprochen worden – die ihrerseits von den Banken informiert worden waren, dass es sich bei einem Teil der Tageseinnahmen um Falschgeld gehandelt hatte. Die Beschicker waren die Dummen – wie jeder, der sich Falschgeld andrehen lässt. Denn die Weitergabe ist verboten.

Die Festnahmen erfolgten in den Landkreisen Tuttlingen, Schwarzwald-Baar und Zollern-Alb. Es handelt sich um Tatverdächtige im Alter zwischen 22 und 48 Jahren. Ein 23-Jähriger aus dem Kreis Tuttlingen gilt als Drahtzieher.

Nach Erkenntnissen der Ermittler sollen sich die Personen im Ausland total gefälschte Kreditkarten besorgt und damit an mobilen Automaten fingierte Rechnungen bezahlt haben – direkt aufs Konto von Komplizen. Insgesamt sollen sie so versucht haben, 400 000 Euro zu ergaunern. Die tatsächliche Beute liegt laut Polizei bei rund 50 000 Euro.

Weiter sollen zwei Tatverdächtige mit 40 Gramm Kokain gedealt haben. Eine weitere Rauschgiftlieferung sei nicht zustande gekommen, da die mutmaßlichen Täter den Stoff mit Falschgeld bezahlen wollten und dies von ihrem Lieferanten bemerkt wurde. Direkte Kontakte soll es auch zu einer in Berlin festgenommenen Bande geben – Bindeglied ist ebenfalls das Falschgeld aus dem Ausland.

Autor: Olaf Lorch

30.05.2011

Weitere Artikel, Bilder und Videos zum Thema

Schriftgröße A A A
Artikel teilen
Anzeige
Anzeige
Top Adressen
Anzeige
Top Angebote
Anzeige
Regional Finder
Ispringen
Kämpfelbach
Eisingen
Königsbach-Stein
Remchingen
Keltern
Straubenhardt
Birkenfeld
Neuenbürg
Engelsbrand
Unterreichenbach
Schömberg
Neuhausen
Tiefenbronn
Heimsheim
Friolzheim
Wimsheim
Mönsheim
Wiernsheim
Wurmberg
Niefern-Öschelbronn
Kieselbronn
Neulingen
Ölbronn-Dürrn
Ötisheim
Mühlacker
Illingen
Maulbronn
Sternenfels
Knittlingen
Oberderdingen
Pforzheim
Exklusiv in der PZ

Das lesen Abonnenten am Donnerstag in Ihrer "Pforzheimer Zeitung":

Ein Blick nach Österreich und wie die Alpenrepublik die Eurokrise erlebt Seite 3

Hier geht es zum PZ-Abo und zum 14-Tage-Probeabo

Hier geht es zum E-Paper ...

PZ lesen per E-Paper

zum Log-In                       zur Startseite

Umfrage
Sollen Kinderlose mehr zahlen?
PZ-news auf Facebook
Webcam
Do, 23.02.2012 05:13
Anzeige