

PFORZHEIM. 30 Kilometer weniger – mit einem neuen Fahrplan werden die Fahrzeiten der rollenden Bücherei verringert und verstärkt Schulen angesteuert. Dazu gibt es in der Fahrbibliothek neue Angebote.
Den Prüfantrag der Haushaltskonsolidierungs-Kommission der Stadtverwaltung gibt es: Es soll geklärt werden, ob bei einem technischen Ausfall der Fahrbibliothek ein neuer Bus angeschafft werden soll. Doch Anja Bendl-Kunzmann, Leiterin der Stadtbibliothek, trotzt derlei Überlegungen mit einem neuen Konzept für die Fahrbibliothek. Immerhin habe das Fahrzeug für drei Jahre die TÜV-Erlaubnis und „noch fährt der Bus ja“, sagt die Bibliothekarin.
Bereits vor anderthalb Jahren hatte Bendl-Kunzmann eine Neukonzeption der rollenden Bücherei angestrebt. Da der Bus im Frühjahr häufig wegen technischer Defekte nicht fahren konnte, wird jetzt nach den Sommerferien die neue Konzeption umgesetzt. Sie sieht vor, dass verstärkt Schulen angefahren werden. Zudem sind Haltestellen, die in der Vergangenheit nicht so stark frequentiert wurden, aus dem Plan genommen worden.
So wird in der Nordstadt nicht mehr die Friesenstraße angefahren, dafür wird jeden Donnerstag von 10 bis 11.30 Uhr ein Besuch an der Nordstadtschule auf dem Programm stehen. Und statt der Haltestelle Nägelishälden/Gutachweg wird Mittwochs von 15.15 Uhr bis 17.15 Uhr zuerst die Karl-Friedrich-Schule in Eutingen angefahren und dann steht der Bus von 17.30 bis 18.30 Uhr an der Schwalbenstraße. Neue Haltestellen sind das Oststadtzentrum am Mittwoch von 14 bis 15 Uhr.
Außerdem soll die Zusammenarbeit mit der Ottersteinschule vertieft werden. Deswegen hält die rollenden Bücherei dort freitags von 10 bis 11.30 Uhr. Zudem werden die Bücherei-Mitarbeiter für die Lehrer Medienboxen zusammenstellen, in denen die Pädagogen spezielle Angebote zu Unterrichtsrelevanten Themen finden. Im Jahr 2004 hatte die Jakob und Rosa Esslinger-Stiftung die Neuanschaffung des Busses mit einer Spende ermöglicht.
Insgesamt sollen verstärkt künftig jüngere Ausleiher angesprochen werden, die laut Statistik zur größten Gruppe der Nutzer gehören. So wurde der Bestand an Kinderliteratur auf über 5000 Medien ausgeweitet. Aber auch Jugendliche sollen künftig stärker an die Fahrbibliothek kommen: Eine eigene Jugendabteilung mit Hörbüchern, CD‘s und Audiovisionellen Medien stehen für die Heranwachsenden parat. Während die Kinder nach Unterhaltung stöbern, können die Eltern sich aus einem neuen Grundbestand an Hörbüchern und 200 Spielfilmen auf DVD entscheiden.
Außerdem können Medien aus der Zentrale ausgeliehen werden. Möglich wird das Konzept durch zwei Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste, die derzeit beide den Führerschein für den Bus machen und diese Weiterbildung aus eigener Tasche bezahlen.
Nur für den Zeitraum der Fahrstunden werden sie nach Angaben von Benda-Kunzmann frei gestellt. Bis die beiden Mitarbeiter die Prüfung abgelegt haben, wird der Bus zunächst von Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr gelenkt.
Autor: Dorothee Messmer





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