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Diskussionsbedarf:  OB Christel Augenstein, CDU-Stadtrat Klaus Gutscher, CDU-Chef Stefan Mappus.
Diskussionsbedarf: OB Christel Augenstein, CDU-Stadtrat Klaus Gutscher, CDU-Chef Stefan Mappus.
Mit sichtlicher Skepsis  reagierten am Rand des Heidt-Empfangs Vertreter der Wirtschaft wie IHK-Hauptgeschäftsführer Achim Rummel (links, im Gepräch mit Volksbank-Chef Rainer Kunadt) auf die Entscheidung des Gemeinderats.
Mit sichtlicher Skepsis reagierten am Rand des Heidt-Empfangs Vertreter der Wirtschaft wie IHK-Hauptgeschäftsführer Achim Rummel (links, im Gepräch mit Volksbank-Chef Rainer Kunadt) auf die Entscheidung des Gemeinderats.
© Ketter (2), Seibell
Geknickt:  Am Sonntag hatte Citymanager Rüdiger Fricke noch den verkaufsoffenen Sonntag eröffnet. Es dürfte der vorerst letzte sein.
Geknickt: Am Sonntag hatte Citymanager Rüdiger Fricke noch den verkaufsoffenen Sonntag eröffnet. Es dürfte der vorerst letzte sein.
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Das „Nein“ zu verkaufsoffenen Sonntagen stößt auf breite Kritik

PFORZHEIM. Das „Nein“ zu den verkaufsoffenen Sonntagen hat vielen Leuten mächtig die Stimmung verhagelt. Auch bei der Amtseinführung des Ersten Bürgermeisters Roger Heidt. Die Grüne Liste jedoch berichtet von Zustimmung.

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Der Kater kam schon vor dem ersten Sekt. „Das gibt es doch nicht“, war noch das mildeste, was manch einem Gast im Rathaus entfuhr. Eigentlich sollte es ein schöner Abend werden – die offizielle Amtseinführung des neuen Ersten Bürgermeisters Roger Heidt (CDU). Nette Reden, gute Wünsche und danach entspanntes Plaudern bei einem Gläschen und Canapées. Doch die eigentlich als Pflichtübung vorgeschaltete Sitzung des Gemeinderats machte dem Protokoll einen Strich durch die Rechnung.

Während das Streichquartett der Jugendmusikschule die Amtseinführung feierlich einrahmte, hielt es Wirtschaftsförderer Christoph Dickmanns und viele der Ehrengäste vor Empörung kaum in den Sesseln. So mancher Glückwunsch für Heidt ging in den erregten Diskussionen über Strategien der Schadensbegrenzung unter. Sichtlich konsterniert musste auch CDU-Landtagsfraktionschef Stefan Mappus zur Kenntnis nehmen, dass seine Pforzheimer Parteifreunde diesen wirtschaftspolitischen GAU nicht auf dem Zettel hatten – sonst wären die verkaufsoffenen Sonntage wohl durchgegangen. Nicht wenige Stadträte zeigten sich so peinlich berührt, dass sie sich wohl lieber ins nächste Mauseloch verkrochen hätten. Stattdessen mussten sie sich bohrenden Fragen stellen, was dem Abend ein gedämpftes Ambiente gab. Denn das Unfassbare hatte mal wieder Konjunktur – jedenfalls in Pforzheim.

Über alle Maßen geknickt

Finden Sie es richtig, dass Oberbürgermeisterin Christel Augenstein keinen Widerspruch einlegt gegen die Entscheidung des Gemeinderats?

So sah das gestern nicht nur Oberbürgermeisterin Christel Augenstein. „Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich über die knappe Ablehnung sehr enttäuscht bin“, sagte sie. Über alle Maßen geknickt war dem Vernehmen nach Rüdiger Fricke, der als City-Manager seit mehreren Jahren die verkaufsoffenen Sonntage in der Innenstadt organisiert hatte.

„Gerade der vorausgegangene verkaufsoffene Sonntag unter dem inzwischen zur Institution gewordenen Motto Pforzheimer Wirtschaftswunder, der 40 000 Besucher und Kunden in die Stadt zog, ist lebendiger Beweis dafür, was der Kunde von einer derartigen Bevormundung hält“, urteilte auch Sabine Hagmann als Hauptgeschäftsführerin des baden-württembergischen Einzelhandels.

Horst Lenk, der aus Pforzheim stammende Präsident des Verbands, verweist in diesem Zusammenhang auf den Umstand, dass kein Arbeitnehmer zum Dienst am Sonntag gezwungen werde. Schon immer setzten die Pforzheimer Einzelhandelsunternehmer auf Freiwilligkeit und gerade in größeren Häusern meldete sich oftmals mehr Personal, als benötigt werde.

„Berechtigte Frage“

Verbandsgeschäftsführer Helmut Feskorn berichtete, dass die von Unverständnis geprägten Reaktionen „weit über den Kreis der unmittelbar betroffenen Einzelhändler hinausgehen“. Ein Citymanager aus einer anderen Großstadt habe ihn gefragt, ob denn die „ vor kurzem beschlossene Erklärung des Pforzheimer Gemeinderates zur Stärkung der City damit Makulatur sei“. Feskorn: „Eine berechtigte Frage angesichts des Umstandes, dass Pforzheim im Jahre 2007 mit dem Stadtmarketingpreis ausgezeichnet wurde“

Die Pforzheimer Grüne Liste, die gegen die verkaufsoffenen Sonntage gestimmt hatte, unterstrich gestern per Pressemitteilung ihre Position. Sie hätten genügend Maßnahmen zur Stärkung der Innenstadt gefordert, um jetzt nicht als Gegner der City dargestellt werden zu können. Im Übrigen seien bei der Grünen Liste aus der Pforzheimer Bürgerschaft positive Reaktionen auf diesen Beschluss eingegangen.

Autor: JÜRGEN METKEMEYER

30.05.2011

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