

PFORZHEIM. Gerade weil der Weltklimagipfel in Kopenhagen gescheitert sei, wolle die global denkene Stadt Pforzheim im Umweltschutz handeln. Das sagte OB Gert Hager (SPD) bei der Übergabe einer Resolution der Naturfreunde.
Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Ortsgruppe Pforzheim der Naturfreunde hat der Gesamtvorstand des Vereins, unterstützt von zahlreichen Kindern, im Rathaus einen Fünf-Punkte-Katalog zur Verringerung von Kohlendioxid in Pforzheim an Oberbürgermeister Hager überreicht. Der sagte – nicht zuletzt auch als Mitglied der Naturfreunde – seine Schirmherrschaft über die geplanten Aktivitäten zu.
Sie beinhalten unter anderem einen Wettbewerb für Kindergärten, Schulen und der Hochschule Pforzheim zu Umweltthemen.
Außerdem soll sich die Innenstadt-Bebauung künftig nur noch durch „Null-Energie-Häuser“ auszeichnen. Die Strom- und Wärmeversorgung sollen bis zum Jahr 2020 ausschließlich aus erneuerbaren Energien sichergestellt werden.
Über die Ansätze des Verkehrsentwicklungsplanes hinaus, wird der Ausbau eines Umweltverbundes mit einem Anteil von 66 Prozent von Fußgängern, Fahrradfahrern und öffentlichen Verkehrsmitteln angestrebt. Der Wunsch der Naturfreunde ist es, dass alle Aktionen durch aktives Marketing vom Wirtschaft- und Stadtmarketing Pforzheim (WSP) unterstützt werden.
Jens Kück, seit 25 Jahren Vorsitzender der Ortsgruppe Pforzheim der Naturfreunde, stellte die Wichtigkeit des Pforzheimer Handelns in den Mittelpunkt: „Wir können nicht darauf hoffen, dass es zu einer Einigung der Weltdiplomatie kommt. Die Interessenlagen der Staaten sind möglicherweise derart komplex und widersprechend, dass eine Einigung nie möglich wird.“
Umso wichtiger sei es, auf kommunaler Ebene eine große Basis für ein Umdenken zu finden. Das sei der Grund, warum auch Vereinigungen wie der Bund für Umwelt- und Naturschutz oder der Schwarzwaldverein mit ins Boot geholt werden sollen. Jeder einzelne, der vom Auto auf das Fahrrad umsteige, können seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten. „Wir brauchen ein Umdenken in der Bevölkerung, wobei ich mich freue, dass Pforzheimer Bürger völlig unabhängig von der Parteipolitik, Umwelt-Prozesse in Bewegung bringen wollen. Gemeinsam schaffen wir das“, so der Oberbürgermeister. Er wolle dezernatübergreifend mit Bürgermeistern und Fachleuten die unterbreiteten Vorschläge der Resolution besprechen und in vier bis sechs Wochen erste Reaktionen vermelden.
Autor: Roger Rosendahl





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