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30.09.2011

Die CDU will die Stromnetze ausbauen

PFORZHEIM Eine CDU-Diskussion mit rund 40 Bürgern im Energie- und Bauberatungszentrum (EBZ) am Sandweg hat auf viele Aspekte der Energiewende im Land mit allen daraus folgenden Konsequenzen aufmerksam gemacht. „Wer mehr regenerative Lösungen im Energie-Mix möchte, kommt nicht umhin, die Stromnetze auszubauen und ausreichend Speichermöglichkeiten zu schaffen“, sagte die CDU-Landtagsabgeordnete Viktoria Schmid.

Sie forderte kreative, innovative und standortbezogene Lösungen, wobei die Informationen wichtiger denn je sei, denn die Energiewende schaffe man nicht mit links. Mir Blick auf den beschleunigten Ausstieg aus der Atomenergie stellten sich zentrale Fragen, wobei vor allem geklärt werden müsse, wie und wo in Zukunft die benötigten Strommengen erzeugt würden. Zentrale Bedeutung bei jeder Lösung müsse dabei immer der Dreiklang aus Versorungssicherheit, Bezahlbarkeit sowie Umwelt- und Klimafreundlichkeit sein.

Paul Nemeth, energiepolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, bezeichnete die Energiepolitik als „Schnittmenge der Wirtschafts-, Umwelt- und Sozialpolitik“. Die CDU habe mit Kanzlerin Angela Merkel die Energiewende vollzogen und den Weg in die erneuerbaren Energien betreten, der aber Auswirkungen habe, sagte er. Dazu gehöre, dass auch in Baden-Württemberg neue Netze und Speichermöglichkeiten geschaffen werden müssten. „Außerdem benötigen wir Windparks, wo sie natur- und bürgerverträglich sind, den Ausbau der Fotovoltatik, das verstärkte Nutzen von Wasserkraft und Bio-Masse. Aber der Strompreis muss trotz allem bezahlbar bleiben“, so Nemeth.

„Es gibt auch Öko-Millionäre“

Außerdem dürften die Grundsätze der sozialen Marktwirtschaft in der Eenergiepolitik nicht verloren gehen. „Es darf nicht sein, dass sich Öko-Millionäre auf Kosten der Bürger eine goldene Nase verdienen“, sagte er.

Alexander Greschik, Diplom-Betriebswirt und Mitarbeiter des EBZ, freute sich darüber, dass im Pforzheimer EBZ seit dem Jahr 2003 mehr als 12 000 Beratungsgespräche geführt worden seien. Schon allein an dieser Zahl sehe man, das Bürger-Interesse in Pforzheim und der Region, energie-effizienter zu werden. Auch die kommunale Energieberatung spiele eine größere Rolle. Im Haushalt verschlinge die Heizung am meisten von allen Energiekosten. Hier bestünden die größten Einspar-Potenziale.

Jeder Bürger verbrauche im Durchschnitt rund 1800 Liter Öl pro Kopf und Jahr. Diese Ressource sei aber endlich, „zumal wir langfristig davon wegkommen müssen, das kostbare Öl zu verbrennen, das zum Beispiel in der Pharmaindustrie notwendiger gebraucht wird“, sagte er. Da sei das von den Stadtwerken und der Handwerkerschaft getragene EBZ mit seiner neutralen Beratung und seiner Dauerausstellung am Sandweg „ein guter Lotse durch den Energie-Dschungel“. Auch Schulkassen und ihre Lehrkräfte würden gerne beraten.

In der anschließenden Diskussion gab es zum Teil sehr lange Wortbeiträge der fachkundigen Besucher, die das gesamte Energie-Thema von allen Seiten beleuchtet haben wollten, was aber angesichts der Komplexität an diesem Abend nicht zu leisten war. Das ungute Gefühl eines Diskussionsteilnehmers wegen der Vielzahl „hässlicher Windräder“ in Deutschland, wurde aber aus den Reihen der Zuhörer selber kommentiert – von Pforzheims Obermeister Joachim Butz (Sanitär-, Heizung- und Installateur-Innung). „Ich freue mich über jedes Windrad, das sich dreht. Wir werden uns an diesen Anblick gewöhnen müssen – so, wie wir uns an den Anblick von Strommasten gewöhnt haben. Es gibt nämlich kaum eine Landschaft in Deutschland, wo diese Masten nicht stehen und auf Fotografien vermieden werden können“, so Butz.