



Pforzheim. Dreiste Einbrecher richten im Waldkindergarten Schaden an und nehmen Gitarre mit. Wohl dieselben Ganoven treiben auch im Wildpark ihr Unwesen. Die Polizei ermittelt.
Üblicherweise werden die „Waldwichtl“ am Morgen von Vogelgezwitscher empfangen. Am Freitagvormittag aber bannten Polizisten und ihr Streifenwagen die Blicke der Kinder. Wohl in der Nacht hatten Einbrecher den idyllisch am Wildpark gelegenen Waldkindergarten heimgesucht. „Die Kinder sind sehr traurig“, sagt Leiterin Mareike Waldhauer: „Alle fragen nur: Warum?“
Tatsächlich ist völlig unverständlich, warum Ganoven nun bereits zum dritten Mal in drei Jahren in den Kindergarten eingestiegen sind. Die Beute ist gering, aber von ideellen Wert. „Die Kinder fahren voll auf die Gitarre ab“, sagt Mareike Waldhauer. Jetzt ist das Instrument, zu dessen Klang sie so gerne singen, weg. Und den Schrecken müssen alle Beteiligten erst einmal verdauen.
Die Ganoven hatten brachiale Gewalt angewandt. Tür und Schloss sind verbogen, das Holz zersplittert. Der Schaden, den die Polizei inklusive der gestohlenen Gitarre auf 300 Euro taxiert, klingt überschaubar, ist für den Waldkindergarten aber kein Pappenstiel.
Der Wildpark-Bereich ist laut Polizeisprecher Wolfgang Schick zwar kein „Schwerpunkt“ solcher Taten. Doch wie die Kindergartenleiterin berichtet, sind auch schon Autos von Eltern aufgebrochen und geplündert worden.
Laut Schick könnten erneut jugendliche Täter am Werk gewesen sein. Denn das Vorgehen sei alles andere als professionell gewesen. Sehr wahrscheinlich seien es dieselben Ganoven gewesen, die im Zeitraum von Donnerstagnachmittag bis Freitagfrüh auch im Wildpark zugange waren. „Ärger und Frust sind größer als der Schaden“, sagt Förster Carsten Schwarz. Er musste sich gestern daran machen, die verschrammte Tür des Verkaufsständchens wieder herzurichten, das der Förderverein betreibt.
Ausgetauscht werden müssen die Schlösser am Hintereingang des Wildparkstübles. Auch dort hatten die Gauner versucht, einzusteigen. Der Versuch scheiterte. Zu holen wäre laut Schwarz ohnehin nichts gewesen.
Autor: Claudius Erb






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