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26.10.2009

Dr. Roswitha Kull: „Wir tun gut daran, uns den Experten anzuvertrauen"

Wie bedrohlich eine Grippewelle sich entwickelt, weiß man immer erst hinterher. Beim Schweinegrippevirus kommt hinzu, dass es auf eine immunologisch „naive“ Bevölkerung trifft, ganz ohne Grundimmunität, im Gegensatz zur saisonalen Grippe. In der kalten Jahreszeit sind die Grippeviren nicht allein. Was, wenn man sich gerade dann auch noch eine echte Grippe einfängt?

Nicht nur die klassischen Risikopatienten können dann lebensbedrohlich erkranken. In dieser gefürchteten Situation hätte die Neue Grippe leichtes Spiel. Nein, da suche ich mir den Zeitpunkt meiner Begegnung mit einem so unberechenbaren Gegner selber aus. Ich will die Bedingungen kontrollieren, vorzugsweise sogar mit dem Impfstoff der ein Adjuvans (Verstärker) enthält – und der zu Unrecht in die polemischen Mühlen geraten ist. Gerade dieser schützt mich auch gegen Virusvarianten. Glücklicherweise profitieren auch militante Impfgegner mit ihren wissenschaftlich gesehen oft nicht haltbaren Argumenten von der Impfung. Dann nämlich wenn die Bereitschaft zu vernünftiger Impfvorsorge, wie sie die ständige Impfkommission empfiehlt, hoch genug ist, leben auch die Nichtgeimpften im Schutz der Geimpften. Für mich gibt es keinen Zweifel daran, dass wir alle gut daran tun, uns den Experten des Paul Ehrlich Instituts und der Impfkommission anzuvertrauen.