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27.09.2011

Ein Ritterschlag für die Lilith-Beratungsstelle

PFORZHEIM Eine Pforzheimer Einrichtung, die „Lilith“-Beratungsstelle an der Hohenzollernstraße 34, ist Teil eines bundesweiten Modellprojekts. Sie ist ausgewählt worden, um als einzige zuständige Einrichtung für Baden-Württemberg innerhalb des Modellprojekts Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe fortzubilden und zu beraten, wenn es um das Verhindern sexualisierter Gewalt geht.

Angela Blonski, Leiterin der Beratungsstelle, empfindet das wie einen „Ritterschlag für die Goldstadt“. Auch Oberbürgermeister Gert Hager habe bereits gratuliert.

Das Modellprojekt wird von der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Intervention bei Kindesmisshandlung und -vernachlässigung (DGfPI) in Kooperation mit bundesweit 18 Fachberatungsstellen getragen. Dieser Zusammenschluss von 850 Fachkräften (Einzelpersonen und Institutionen), möchte sich aktiv für eine Verbesserung des Kindesschutzes einsetzen.

Das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend mit drei Millionen Euro geförderte Modellprojekt richtet sich an Fachkräfte und ehrenamtliche Mitarbeiter in Einrichtungen der Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe. Die bundesweite Fortbildungsoffensive zielt darauf ab, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene nachhaltig vor sexualisierter Gewalt zu schützen.

Seit Mai des Jahres teilen sich in Pforzheim Ute Schukraft und Angela Blonski eine halbe Stelle, die im Rahmen des Modellprojekts zusätzlich finanziert wird. Die beiden sind mittlerweile mit 14 Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Behindertenhilfe von Lörrach bis Speyer in Rheinland-Pfalz in Kontakt, um Fachkräfte fortzubilden.

„Zuerst wird der Fortbildungsbedarf in der jeweiligen Einrichtung geklärt, dann werden Handlungskonzepte entwickelt und schließlich wird eine Vernetzung der Hilfe vor Ort angestrebt“, so Schukraft. Die Zusammenarbeit sei in der Regel langfristig auf rund zwei Jahre angelegt.

Einrichtungen in Baden-Württemberg, die ihre Handlungsfähigkeit stärken wollen, um sexualisierte Gewalt zu verhindern und ihre Mitarbeiter schulen möchten, wenden sich an „Lilith“ in Pforzheim telefonisch unter (0 72 31) 35 34 34.