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Nach der Prüfung: Noch ist Ahmed al Rubayi irakischer Staatsbürger.  Geht es nach ihm, wird er bald Deutscher.
N ach der Prüfung: Noch ist Ahmed al Rubayi irakischer Staatsbürger. Geht es nach ihm, wird er bald Deutscher.

Einbürgerungstest: Fragen, die den deutschen Pass bedeuten

PFORZHEIM. Die ersten waren nach zehn Minuten fertig, die volle zur Verfügung stehende Stunde benötigte keiner: 50 Prüflinge haben gestern erstmals in Pforzheim den Einbürgerungstest abgelegt. Das Ergebnis steht noch aus.

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Es ist machbar. Acht Minuten benötigt ein PZ-Redakteur, um unter 33 Fragen sein Kreuzchen bei der einen richtigen unter den jeweils vier möglichen Antworten zu machen. Der PZ-Selbsttest wird natürlich nicht offiziell korrigiert. Aber Annette Vetter, bei der Volkshochschule Pforzheim-Enzkreis als stellvertretende Direktorin für die Tests zuständig, hat keinen Fehler entdeckt.

So stellen sich keine Zweifel an der Staatsbürgerschaft des Journalisten ein, auch wenn nicht jede Frage aus hundertprozentigem Wissen heraus beantwortet wurde. Dass zum Beispiel in der DDR mehr Zuwanderer aus Vietnam, Polen und Mosambik lebten als aus Chile, Ungarn und Simbabwe, lässt sich aus dem Stegreif nur vermuten. Und die Wappen aller Bundesländer hat man auch nicht immer im Kopf. Dafür stellt die Sprache keine Hürde dar. Die Fragen sind so formuliert, dass sie ein Sprachvermögen erfordern, wie es umgekehrt deutsche Realschüler in der neunten Klasse auf Englisch erreichen, wie Annette Vetter erklärt.

„Einen Monat gelernt“

Doch zum Bestehen des Tests reicht es, 17 der 33 Fragen richtig zu beantworten. Entsprechend zuversichtlich zeigen sich auch die meisten Prüflinge, die gestern den Raum 3 a im vhs-Penthouse an der Zerrennerstraße verlassen. Amin Merrikh, zum Beispiel, der aus dem Iran stammt. „Es ist sehr gut gelaufen“, sagt er. Zehn Minuten habe er gebraucht. Er interessiere sich ohnehin für Geschichte und Politik, das habe ihm geholfen. „Ich habe einen Monat dafür gelernt“, berichtet Merrikh, der mit seiner Partnerin und dem gemeinsamen Kind in einer Umlandgemeinde wohnt und seit acht Jahren in Deutschland lebt. „Das ist meine neue Heimat“, begründet der 30-Jährige seinen Wunsch nach dem deutschen Pass.

Zehra Toksöz ist in Deutschland geboren, hat in der Türkei gelebt und ist nach Deutschland zurückgekehrt. Ihr Mann ist Deutscher, und da hat sie gesehen, um wie viel besser schon auf Ämtern die Behandlung ist, wenn man den deutschen Pass hat. „Wenn man hier lebt, braucht man das“, sagt die 27-jährige Altenpflegehelferin und Mutter dreier Kinder. Gelernt hat sie übers Internet.

Ergebnisse erst später

Überhaupt haben nur neun der 50 gestrigen Prüflinge den vhs-Vorbereitungskurs besucht, 30 Unterrichtseinheiten, 15 Abende, zweimal die Woche, seit Mitte September, wie Annette Vetter sagt. Bei weitem die meisten der Einbürgerungswilligen stammen aus dem Irak, fast ein Dutzend, eine Handvoll aus Russland, der Türkei, der Ukraine und Ex-Jugoslawien, aber auch ein Este, ein Marokkaner und ein Slowake wollen Deutsche werden. Ob sie es geschafft haben, werden sie erst später wissen.

Die vhs hat die Testbögen eingesammelt und zur Korrektur ans Bundesamt für Migration und Flüchtlinge weitergeleitet. Wer nicht bestanden hat, darf es beliebig häufig wieder versuchen. Das nächste Mal in Pforzheim am 6. März 2009.

Wer selbst einen Versuch mit dem Einbürgerungstest wagen will, kann dies unter www.integration-in-deutschland.de tun.

Autor: marek klimanski

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