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Um den Umgang mit dieser Katze stritten sich Finderin und Tierheim Pforzheim. Foto: Privat
Um den Umgang mit dieser Katze stritten sich Finderin und Tierheim Pforzheim. Foto: Privat
06.03.2016

Eine Katze sorgt für Ärger zwischen Finderin und Tierheim

Es ist eine tierische Geschichte, die derzeit die Polizei beschäftigt: Elke Nothacker-Kübler findet ein Kätzchen am Waldrand, nimmt sich seiner an, informiert die zuständigen Stellen – und wird vom Pforzheimer Tierheim wegen „Fundunterschlagung einer Katze“ angezeigt. Es sind zwei Seiten eines Falles, den die Finderin und das Tierheim schildern. Welche Version der Wahrheit entspricht, soll jetzt die Staatsanwaltschaft klären.

„Am Montag habe ich beim Tierheim angerufen und die Katze beschrieben, falls sie jemand vermisst“, berichtet sie. „Wenn nicht, hätte sie bei mir einziehen dürfen.“ Auch beim Fundbüro der Gemeinde Eisingen meldet die 46-Jährige, dass sie die Katze aufgenommen habe. „Wir wollen sie definitiv nicht haben, haben die dort gesagt. Ihnen sei auch nicht bekannt, dass ich sie abgeben muss.“ Doch das Tierheim ist mit Nothacker-Küblers Lösung nicht einverstanden und besteht darauf, dass sie die Katze in seine Obhut gibt.

„Es ist das normale Vorgehen, ein Tier, das man gefunden hat, ins Tierheim zu bringen. Weil Leute, die es vermissen, es dort finden können. Man darf es nicht zu Hause behalten“, sagt Julie Bordère, Vorsitzende des Tierschutzvereins Pforzheim und Umgebung, des Trägers der Einrichtung. Dort, sagt Tierheim-Leiterin Linda Giek, werden Fundtiere zwei Wochen lang nicht vermittelt. Es wird geprüft, ob das Tier durch einen Chip oder eine Tätowierung gekennzeichnet ist oder mit einer der Vermisstenmeldungen übereinstimmt.

Die Frau habe ihre Anschrift nicht mitgeteilt und die Katze partout nicht bringen wollen – auch nicht, um im Tierheim zumindest zu prüfen, ob ein Chip Hinweise auf den Besitzer geben kann. Dann hätte sie die Katze wieder mit nach Hause nehmen können – auch wenn das nicht der richtige Weg sei, unterstreicht Bordère: „Ich kann ihr das Tier ja nicht aus der Hand reißen.“ Nothacker-Kübler sagt, dieses Angebot habe es nie gegeben. Ohnehin habe sie vorgehabt, die Katze auf einen Chip untersuchen zu lassen. Doch dazu gab es keine Gelegenheit. Nur drei Tage, nachdem Nothacker-Kübler den Streuner aufgenommen hatte, entwischte er und wurde seitdem nicht mehr gesehen.

Doch die Mühlen der Justiz mahlen unverdrossen weiter.

Mehr darüber lesen Sie am Montag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news.

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