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24.09.2009

Eine muntere Sache vor kritischem Publikum

PFORZHEIM. Wie unterschiedlich man doch ein und dieselbe Veranstaltung wahrnehmen kann. Die PZ hat am Rande der Podiumsdiskussion im Kulturhaus Osterfeld Stimmen im Publikum gesammelt. Sie reichen von der Zuhörerin, die sagt: „Es ist auch nichts anderes, als was wir im Fernsehen gehört haben“ und ihrer Nebensitzerin mit „Es gibt keine Visionen mehr, es werden Zahlen hin und her geschoben, und der neutrale Zuhörer kann nicht überprüfen, ob die stimmen“ bis zu dem Besucher, der die Diskussion als „ganz munter“ lobt und anfügt: „Es kommt auch mal ein bisschen Stimmung auf.“ Was er lustig finde, sei, dass im Saal die Anhänger der unterschiedlichen Lager jeweils zusammen sitzen.

Tatsächlich: Viele im Publikum sind bald als Anhänger des einen oder anderen Kandidaten, der einen oder anderen Partei auszumachen. William Schertel beispielsweise. Ihn habe von den Diskussionsteilnehmern auf dem Podium am meisten die SPD-Politikerin Katja Mast überzeugt. Aber das sei bei ihm schon vor Beginn des Abends so gewesen, räumt er ein. Und weil er schon zuvor sicher gewesen sei, wo er sein Kreuz macht, wird der Abend diese Entscheidung nicht mehr beeinflussen. Er habe trotzdem die Kandidaten kennenlernen und hören wollen, welche Ansatzpunkte sie haben. „Eine interessante Diskussion“, lautet sein Zwischenfazit.

Auch sein Nebensitzer Stefan Hohl ist schon zuvor festgelegt. „Es bestätigt sich bei mir immer mehr“, sagt er über die laufende Diskussion, der er mit Interesse und Skepsis folgt. „Es sind teilweise nette Schlagworte, aber ob das alles so ganz seriös ist, da habe ich meine Zweifel.“

Zweifel hat auch Hartmut Wagner. „Ich denke nach wie vor, dass keine Partei zu den wirklich wichtigen Fragen eine Antwort hat.“ Dass die auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich und die Bildung die wichtigsten Themen seien, hätten alle erkannt, aber die Antworten darauf seien unbefriedigend. Gut gefalle ihm das bunt gemischte Publikum und überhaupt das rege Interesse und der gute Besuch.
Kritischer sieht es Reinhard Klein. „Ich denke, dass die Fragen, die aus dem Publikum gestellt worden sind, nicht bedient wurden.“ Und auch ihn treibt das Thema „ungerechte Verteilung“ um. Die Redezeit, sagt er, sei ungleich verteilt gewesen.