

Bauverzögerung träfe Pforzheims größte Schulen und die Vereine sehr hart.
Jede Verzögerung am Sporthallenbau des Hilda-Gymnasiums würde im nächsten Jahr ein Schulsport-Chaos in Pforzheim auslösen. Darin sind sich Eltern und Schulleitung des Hilda-Gymnasiums sowie Oberbürgermeister Gert Hager einig. „Dann wären nämlich die Schüler der zu sanierenden Nordstadtschule und die Hilda-Gymnasiasten auf Wanderschaft im Sportunterricht – und das sind immerhin die beiden größten Schulen der Goldstadt“, sagte Hager. Er nahm gestern rund 1500 Postkarten der Eltern des Hilda-Gymnasiums entgegen. Unter dem Motto „Pforzheim braucht Bewegung“ überreichten die Elternvertreter im Beisein von Schulleiterin Edith Drescher die Postkarten, die sich an die Mitglieder des Gemeinderats richten.
Wie es auf diesen Karten heißt, gehe es darum, mutig nach vorne zu gehen und für den sofortigen Baubeginn der Sporthalle zu stimmen. „Hinter dieser Aktion stehen 2000 Eltern“, sagte der Elternbeiratsvorsitzende Rüdiger Jungkind. Da ein Teil der großen Halle als Pausenfläche geplant sei, das Hilda fünfzügig ausgebaut werde und künftig als Gymnasium mit Ganztagesbetreuung vorgesehen sei, würde es bei einer kleinen Hallenlösung – wie von Teilen des Sportkreises in die Diskussion gebracht – zu Engpässen kommen.
„Bei einer Verzögerung des Baus wären nicht nur Schüler, sondern auch die Vereine benachteiligt“, warnte Schulleiterin Edith Drescher vor unüberlegten Gedankenspielen.
„Sie sprechen mir aus der Seele“, sagte der Oberbürgermeister, der sich als Befürworter der großen Sporthallenlösung bekannte. „Je länger sich der Bau verzögert, desto dramatischer wird die Situation“, sagte er. Nach einem Grundsatzbeschluss des Gemeinderats, sei das, was bisher gebaut wurde, in der Technik und den baulichen Gegebenheiten auf die große Sporthallen-Lösung zugeschnitten. Diese Entscheidung sei auch auf Wunsch der Vereine in Pforzheim so getroffen worden.
„Würde man jetzt wieder umplanen, käme das teurer als erwartet – ganz zu schweigen von der Verzögerung, die sich leicht bis zu zwei Jahre hinziehen könnte. Das können wir in Pforzheim aber nicht verantworten“, betonte Hager. „Eine Verzögerung können wir uns nicht leisten, wenn wir den Schulsport nicht gefährden wollen“, so Hager.
Bisher habe Hager noch keine offizielle Stellungnahme des Sportkreises zu diesem Thema erhalten, sondern nur von einzelnen Vertretern dieser Institution. Deshalb müsse so schnell wie möglich abgeklärt werden, was der Sportkreis wolle. Ein Gespräch kündigte Hager für Montag, 10. Oktober, um 18.30 Uhr an, wobei der Ort noch nicht feststehe. Dazu könnten dann auch die Schulleitung, die Eltern- und Schülervertreter kommen, um ihre Positionen deutlich zu machen.
„Bisher kursieren abenteuerliche Vorstellungen über die Einsparmöglichkeiten“, sagt Hager. „Da wird die kleine Halle mit fünf Millionen und die große mit 16 Millionen Euro gegenübergestellt, wobei die Differenz als Einsparmöglichkeit gesehen wird. Aber das ist total falsch. Die Einsparungen sind lange nicht so groß wie erwartet, was wir auch vorrechnen werden“, so Hager.
Auch städtebaulich würde eine kleine Halle hinter einer groß dimensionierten Schule mit Ganztages-Betreuung unproportioniert ins Bild passen. Eine kleine Sporthallen-Lösung nutze weder dem Schul-, noch dem Vereinssport, denn in Pforzheim fehlten jetzt schon Turnhallen-Kapazitäten.
Autor: Roger Rosendahl | Pforzheim





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