

Die großen Bauvorhaben wie das Hilda-Gymnasium und die Sanierung der Weiherbergschule sind ohne Hilfe von außen nicht denkbar. Zwar arbeiten im städtischen Gebäudemanagement Stadt acht Architekten und fünf Ingenieure. Doch das reicht personell nicht aus, um die laufenden und anstehenden Aufgaben alleine zu stemmen, sagt der Amtsleiter Gerhard Biehmelt auf Anfrage der PZ.
Es müssen externe Planungsbüros eingeschaltet werden. Das, so Biehmelt, habe den Vorteil, dass durch Wettbewerbe und europaweite Ausschreibungen „frische Ideen in die Stadt kommen“. Klar sei aber auch: „Wenn wir für das Geld eigenes Personal einstellen würden, könnten wir kostengünstiger arbeiten.“ Noch vor zehn Jahren, erinnert sich der Amtsleiter, arbeiteten im damals städtischen Hochbauamt weitaus mehr Fachleute als heute – bei weniger Projekten. Dann kam der finanzielle Engpass bei den städtischen Finanzen und damit einhergend ein Spardiktat und Personalsperren.
Rund die Hälfte der 1,2 Millionen Euro, die jährlich für die externe Vergabe von Leistungen benötigt werden, fließt momentan in die Fertigstellung des Hilda-Gymnasiums. Bei der Nordstadtschule hat die Stadt dagegen, entgegen des genannten Trends, für den haustechnischen Bereich eine eigene Ingenieurstelle ausschreiben können.
Jetzt wird im Rathaus eine breit angelegte Analyse von über 300 öffentlichen Gebäuden geplant. Der Stuttgarter Projektentwickler Drees & Sommer, der bereits die Stuttgarter Schulen untersuchte, soll – wie Baubürgermeister Alexander Uhlig erläuterte – für drei bis vier Millionen Euro auf Brandschutz, Schadstoffe und Statik untersuche. Biehmelt hält einen solchen Maßnahmekatalog für dringend erforderlich. „Wenn wir alle Gebäude zur gleichen Zeit untersuchen, haben wir die Möglichkeit, richtig abzuwägen, wie wir sie zukunftsfähig machen können.“ Die Stadt verfüge zwar über verschiedene Daten zu den einzelnen Immobilien. Eine objektive Gesamtschau gebe es aber nicht. Diese erlaube dann auch, zu ermitteln, wie groß der Finanztopf sein muss, um die Gebäude langfristig erhalten zu können. Für das turnusmäßig notwendige Erneuern von Fenstern, Heizungen und anderen Maßnahmen stehen dem Gebäudemanagement derzeit 5,9 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung plus 400000 Euro für Wartungsarbeiten.
Für erste Untersuchungen hat Biehmelt 500000 Euro im Haushalt 2012 angemeldet. Möglicherweise könnte man die Analyse zunächst an einigen ausgesuchten Objekten beispielhaft durchspielen, sagt er. Das Reuchlin-Gymnasium sei solch ein geeigneter Kandidat. Und auch über den Zustand von Hebel- und Heuss-Gymnasium erhofft er sich wichtige Aufschlüsse.
Autor: Martina Schaefer





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