

PFORZHEIM. Gewerkschafter haben am „Denkmal für die Opfer des Nazi-Regimes“ auf dem Pforzheimer Hauptfriedhof einen Kranz niedergelegt. Die auf Vorschlag der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes (VVN) errichtete Metallplastik mit abstrahierten Figuren trägt auf dem Sockel die Unterschrift: „1933–1945 / Den Opfern der Gewalt und Rechtlosigkeit zum Gedenken“. Umgeben ist sie von 41 Kissensteinen mit 42 Namen von NS-Opfern aus Pforzheim und der Umgebung.
Nur in den Akten steht, dass 30 der Steine an Opfer der NS-Euthanasie erinnern; bei mehr als 200 dokumentierten Opfern sind die Spuren der Morde eher verwischt, als dass der Opfer gedacht würde.
„Waffen schaffen keinen Frieden, keine Demokratie, keine Sicherheit und keine Gerechtigkeit“, sagte der Erste Bevollmächtigte der IG Metall, Martin Kunzmann, anlässlich des Gedenktages der Opfer für das Naziregime. „
Die Menschen in Afghanistan erfahren das jeden Tag. Der dortige Krieg ist mit militärischen Mitteln nicht zu gewinnen“, so der Gewerkschafter. „Lange geheim gehaltene Papiere belegen, wie schmutzig der Krieg ist und wie viele zivile Opfer er bereits gefordert hat“.
Kunzmann forderte, den Bundeswehreinsatz schnellstmöglich zu beenden und Afghanistan beim Aufbau einer Zivilgesellschaft zu unterstützen. Dazu gehöre dringend die Unterstützung der afghanischen Frauen sowie der ländlichen Bevölkerung.
Der Gewerkschafter will den Umbau der Bundeswehr zur weltweit aktiven Interventionsarmee stoppen und an der Wehrpflicht festhalten. Sie sei die Voraussetzung dafür, dass das Leitbild des „Staatsbürgers in Uniform“ erhalten werden könne, so Kunzmann. Eine faktische Abschaffung der Wehrpflicht ohne breite gesellschaftliche Debatte lehnen die Gewerkschaften entschieden ab.
Das Leiden von Millionen Menschen auf allen Kontinenten dauere an. Iran, Irak, Gazastreifen, Liberia, Sudan, Elfenbeinküste, Nigeria, Tadschikistan, Nordkaukasus, Nordkorea, Kolumbien, Mexiko seien nur einige der Brennpunkte. Konflikte, Krisen und Kriege würden nur vermieden, wenn die Verteilung von Wohlstand gerechter werde. Die Weltfinanz- und -wirtschaftskrise habe die Ungleichheit weiter verschärft. Eine ganze Generation sei um ihre Zukunft gebracht.
Nur Freiheit, Demokratie und Gerechtigkeit, der Kampf gegen Durst, Hunger und Ausbeutung sowie das Streiten für sozialen Fortschritt, gerechte Verteilung und Gewerkschaftsrechte könnten dauerhaften Frieden schaffen. Sie seien die Grundlagen für eine friedlichere Welt und eine gerechtere Wirtschaftsordnung. Dies in den Vordergrund der politischen Debatte zu stellen, ist dem Gewerkschafter wichtig.
Bei der Abrüstung habe es auch gute Nachrichten gegeben. Ein Erfolg sei das Abkommen zum Verbot von Streubomben. Und wenn die Staatengemeinschaft das Projekt „Kernwaffenfreie Zone Nahost“ auf ihre Agenda gesetzt habe, sei das nur zu begrüßen – schließlich sei diese Region besonders konfliktreich. Somit bleibe die Forderung: „Frieden schaffen ohne Waffen“. Der Iran und Nordkorea setzen ungeachtet aller internationalen Appelle und Sanktionen ihre Aufrüstungsprogramme fort. „Die Gewerkschaften fordern die Bundesregierung auf, endlich den Abzug der verbliebenen Atomwaffen aus Deutschland herbeizuführen“, so Kunzmann.
Nach den Erfahrungen von Krieg und Faschismus fordert die IG Metall mit allem Nachdruck ein Verbot der NPD. „Denn die Nazis werden immer perfider, ihre Tarnung wird besser, die Gerichte verbieten ihre Veranstaltungen nicht. Alte und neue Nazis dürfen keinen Platz haben in unserem Land“, sagte er.
Wie wichtig es sei, den alten und neuen Nazis entgegenzutreten, „erleben gerade wir Pforzheimer an jedem 23. Februar, wenn braune Horden versuchen, den Bombenangriff aus dem Jahr 1945 für ihre niederträchtigen und menschenverachtenden Ansichten zu missbrauchen“, so Kunzmann. pm





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