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Gemeinderat sagt „Nein“ zu verkaufsoffenen Sonntagen

PFORZHEIM. Völlig überraschend hat der Gemeinderat am Dienstag die verkaufsoffenen Sonntage für 2009 gekippt. Sprecher des Pforzheimer Einzelhandels reagieren mit Unverständnis, Wut und Empörung.

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Am Ende war es ganz knapp. Mit 14 Ja-Stimmen, 15 Nein-Stimmen und bei sechs Enthaltungen hat der Geeinderat der Stadtverwaltung die Gefolgschaft verweigert. Das Gremium stimmte nicht, wie von Oberbürgermeisterin Christel Augenstein (FDP) erst beantragt und im Verlauf der Diskussion immer eindringlicher beschworen, den zwei für 2009 geplanten verkaufsoffenen Sonntagen in der Pforzheimer Innenstadt zu.

Auch in den Vorjahren hatte es unter den Stadträten stets Debatten um die verkaufsoffenen Sonntage gegeben. Dieses Mal aber fehlten in der Sitzung entschuldigt gleich sechs Mitglieder des Gemeinderats, überwiegend Anhänger der City-Sonntage, so dass es für die Gegner zu der knappen Mehrheit reichte.

Finden Sie es richtig, dass es 2009 in Pforzheim keine verkaufsoffenen Sonntag geben soll?

Nachdem die zwei verkaufsoffenen Sonntage in der City abgelehnt waren, sprach sich eine große Mehrheit des Gemeinderats dafür aus, auch Nein zu den zwei Einkaufsonnttagen auf der Wilferdinger Höhe zu sagen, um die Innenstadt nicht ins Hintertreffen geraten zu lassen.

„Ich bin erschüttert“

Im Pforzheimer Einzelhandel löste die Entscheidung Fassungslosigkeit und Empörung aus. „Die Ablehung der verkaufsoffenen Sonntage ist unfassbar. Auch die Bürger wünschen sich die offenen Sonntage, die der Handel bitter nötig hat“, sagte Carl-Josef Dreker, Geschäftsführer bei Galeria Kaufhof. Horst Lenk, Vorsitzender des Pforzheimer Einzelhandelsverbandes und Vize-Präsident des Deutschen Einzelhandelsverbands, erklärte: „Ich bin total erschüttert. Diese Entscheidung stößt auf mein völliges Unverständnis.“ Es habe im Vorfeld keine Anzeichen „für diese falsche Entscheidung“ gegeben. Die Einzelhändler in Pforzheim seien perplex.

„Niemand von uns hat auch nur andeutungsweise geahnt, dass eine solche Entscheidung im Gemeinderat fällt.“ Die gut begonnene Zusammenarbeit mit der Stadt müsse unter diesen Vorzeichen ernsthaft überdacht werden, so Lenk: „Die Konkurenzstädte um uns herum werden die vielen zehntausende Menschen, die am vergangenen Sonntag nach Pforzheim gekommen sind, gerne aufnehmen.“ Ähnlich äußerte sich Helmut Götz, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Wilferdinger Höhe. „Diese Entscheidung ist unfassbar, wir gehen an einer Chance vorbei, Verbraucher nach Pforzheim zu bekommen“. Diese kämen nicht nur an dem einen Tag, sondern kehrten meist auch später als Kunden zurück. Und sein Vorstandskollege Marcus Bouquerot urteilte: „Ein Skandal. Da haben Leute nicht verstanden, worum es geht.“

Autor: Marek Klimanski und Roger Rosendahl

30.05.2011

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