Rocker kontra Türsteher - Hells Angels, United Tribuns, Black Jackets, Gremium

Vor dem Hintergrund der gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen der Rocker-Gang „Hells Angels“ und der Türsteherclique „United Tribuns“ starten Ende Januar zwei Gerichtsverfahren.
Hells Angels und United Tribuns vor Gericht © dpa

Gerichtsverfahren gegen Hells Angels und United Tribuns

PFORZHEIM. Vor dem Hintergrund der gewalttätigen Auseinandersetzung zwischen der Rocker-Gang „Hells Angels“ und der Türsteherclique „United Tribuns“ gewinnen zwei Gerichtsverfahren in der kommenden Woche eine ganz andere Dimension: Am Donnerstag finden fast zur gleichen Zeit am Pforzheimer Amtsgericht zwei Verhandlungen statt, die ein Licht auf die Praktiken innerhalb der Szene werfen.

In einem Fall geht es darum, dass sich drei Angeklagte wegen räuberischer Erpressung verantworten müssen. Zwei von ihnen sind „supporter“, also Unterstützer der „Hells Angels", und einer ein „prospect“, also ein Anwärter auf die Vollmitgliedschaft. Sie sollen als Reaktion auf einen angeblichen Pfefferspray-Angriff ein „Strafgeld“ gefordert haben. Die organisatorische Nähe zur Rocker-Gang sollte ihren Forderungen Nachdruck verliehen haben. Zur Geldübergabe kam es nicht, weil sich das Opfer der Polizei anvertraute. Der Haftbefehl gegen den „prospect“ wurde außer Vollzug gesetzt – allerdings sitzt er seit der Großrazzia der Polizei gegen die „Hells Angels“ am 13. Dezember wieder in Untersuchungshaft.

Bei den „Tribuns“ geht es darum, dass zwei Mitglieder offenbar nicht mitbekommen hatte, dass ein Karlsruher „United Tribun“ seine Clubjacke nach seinem Ausscheiden aus der Gruppierung dem Chef schon zurückgegeben hatte. Als die Angeklagten dies in Pforzheim erneut forderten, lehnte das Opfer naturgemäß ab. Ein Täter soll laut Staatsanwaltschaft dem Opfer aufs Auge geschlagen, aber dann von der Tat abgelassen haben. Nach PZ-Informationen, nachdem das Opfer einen Schraubenzieher aus der Jacke gezogen hatte. ol

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