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19.04.2010

Gestrandete Pforzheimer: Nichts wie nach Hause - nur wie?

Was haben die Schwimmerin Silke Lippok, Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager, eine Delegation der Sparkasse Pforzheim Calw, die Teilnehmer der PZ-Leserreise nach Madrid und die SPD-Bundestagsabgeordnete Katja Mast gemeinsam? Richtig: Sie alle wurden Opfer der Aschewolke – in unterschiedlichem Schweregrad.

Gert Hager kam dabei wohl noch am glimpflichsten davon: Sein geplanter Besuch der Hannover-Messe fiel der Wolke zum Opfer. Es gibt Schlimmeres: Zum Beispiel die Odyssee, die Katja Mast erlebt hat. Die Dietlingerin war bei einem Kongress in Madrid, als das Flugchaos losging. Kein Flug, kein Zug, kein Mietwagen und keinerlei Informationen. „Es ging nichts mehr“, so Mast. Schließlich musste der Botschafter aushelfen: Samstagnacht Fahrt nach Barcelona, dort von einem Bekannten aus Montpellier abgeholt, 500 Kilometer nach Nimes, dort den „einzigen freien Mietwagen in Südfrankreich“ aufgetrieben, damit nach Straßburg, Masts Lebensgefährte holt sie dort ab, bringt sie zum Zug von Offenburg nach Berlin, wo sie pünktlich zur Sitzungswoche eintrifft. Und trotz der ganzen Anstrengung, ist Mast auch positiv beeindruckt: „So viele Leute waren spontan hilfsbereit.“

Das Gute im Schlechten sehen, ist eine Kunst, die auch PZ-Redakteurin Sandra Pfäfflin beherrscht. Mit Kunsthistorikerin Claudia Baumbusch und den Teilnehmern einer PZ-Leserreise ist sie seit gestern früh auf dem Rückweg von Madrid, mit Zwischenstopp in Barcelona, wo sie von einem Klingel-Bus – extra aus Weil der Stadt angereist – eingesammelt wurden. „Wir fahren durch wunderschöne Landschaften“, erzählte Pfäfflin gestern am Telefon. Das wäre im Flieger nicht möglich gewesen...

Noch ein bisschen länger festsitzen dürfte dagegen Silke Lippok. Die Pforzheimer Ausnahmeschwimmerin ist nun länger als geplantbeim Trainingslager auf Zypern, von wo aus bekanntlich kein Bus zum Festland fährt.

Ebenfalls nicht per Bus zu bewältigen ist die Strecke der Sparkassen-Delegation – in Vietnam. Die Delegation – unter anderem mit den Sparkassen-Vorständen Herbert Müller, Hans Neuweiler, Stephan Scholl, dem Verwaltsungsratsvorsitzenden und Calwer Landrat Helmut Rieger sowie Vertretern der lokalen Wirtschaft – hat in der vergangenen Woche zahlreiche Firmen sowie die Deutsche Botschaft besucht. Ebenfalls mit von der Partie ist PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer: „Wir haben unser Programm wegen der Aschewolke einfach erweitert und sind dauernd unterwegs. Wir führen hier hochinteressante Gespräche über ein Land mit dem höchsten Wirtschaftswachstum in Asien“, erklärte gestern der Verleger. Esslinger-Kiefer rechnet fest damit, dass die Delegation Donnerstagvormittag wieder daheim sein wird. rom/ms