

Da klebt was auf dem Boden! Seltsame Markierungen auf den Pflastersteinen in der Fußgängerzone wiesen bereits am Mittwoch daraufhin, dass sich in der Stadt etwas tut. Und richtig, am Donnerstag gesellten sich noch ein paar Klapphocker zu einigen Klebestreifen hinzu. Ab Freitag waren diese besetzt. Mit Menschen, die kisten- und waschkorbweise Kunsthandwerk, Antiquitäten, Trödel und Kitsch feilboten – der 38. Gruschtelmarkt hatte begonnen.
Es ist jedes Jahr das Gleiche und doch immer wieder kurios, wie private Trödler und gewerbliche Händler aus ganz Deutschland, der Schweiz und Frankreich voll Enthusiasmus Marktplatz, Fußgängerzone und sämtliche angrenzenden Straßen und Plätze in Beschlag nehmen.
Trotz Schauer und heftigen Windböen entpuppte sich der Pforzheimer Kultmarkt wieder als ein Publikumsmagnet, der die Innenstadt mit Menschenmassen überflutete, die auf Schnäppchenjagd sind. Sarah Thamm aus Pforzheim ist so ein Fall. Die junge Frau mit dem punkigen Haarschnitt und der großen bunten Umhängetaschen läuft zielstrebig von einem Stand zum nächsten. Sie suche nach altem Geschirr, Emailletassen und Vintagelederjacken, erzählt sie. Doch was das Angebot angehe, sei der Trödelmarkt auf dem Stuttgarter Karlsplatz einfach besser. Sie muss es ja wissen, hat sie doch bereits als Kind selbst auf dem Gruschtelmarkt Spielzeug und ähnliches verkauft. „Vielleicht finde ich ja etwas um die nächste Ecke“, lacht Thamm und entschwindet in der Menge.
Linda Engelhardt wendet sich gerade mit leuchtenden Augen von einem Stand in der Nähe der „Pforzheimer Seckel“-Skuptur ab. Beim Gehen stopft sie etwas in die Plastiktüte. Einen kleinen Bilderrahmen im angesagten Shabby-Chic-Style hat sie erstanden. Begeistert kramt sie in der Tasche und fördert noch eine nostalgische Spieluhr zutage. „Das passt wunderbar zu dem kleinen Schränkchen, das ich vorhin gekauft habe“, freut sich die nach Pforzheim frisch Zugezogene. Sie habe zwar nicht gezielt gesucht, dafür aber genau das Richtige gefunden, sagt Engelhardt, die gerade ihr Wohnzimmer einrichtet in der neuen Wohnung.
Heike Rometsch aus Engelsbrand kämpft derweil mit einem Windstoß und einer Türkin, die sich beide am gleichen Kleiderständer zu schaffen machen. „Nein, das sind nicht meine Sachen“, sagt sie zu der potenziellen Käuferin“, ich passe nur darauf auf.“ Zum PZ-Redakteur gewandt erkärt sie. „Wegen des Sturmes musste ich schon mehrfach umziehen, trotzdem läuft das Geschäft gut.“ Als Optimistin habe sie daher die Sonnenbrille aufgezogen in Hoffnung auf einige Sonnenstrahlen.
Über mangelndes Kaufinteresse kann auch Albrecht Wolf aus Laichingen nicht klagen. Der Mineralienhändler, dessen Steine- sammlung ein über 1200 Euro teures Exemplar aus einer spanischen Mine beinhaltet, ärgert sich nur über die fehlende Beleuchtung beim Nachtflohmarkt.
Genauere Platzanweiser
Auch die Organisation könne besser sein“, regt der Flohmarktprofi an. „Es fehlt an Nummern auf der Straße, damit jeder Trödler weiß, wo sein Standplazz ist. Nur Markierungen in Form von Klebestreifen reichen nicht aus. Diese verschwinden immer wieder im Laufe der Tage,“ gibt er seine Beobachtung wieder. Dann komme es hin und wieder fast zu Handgreiflichkeiten unter den Händler, wer wo steht. „Dieser Stress muss echt nicht sein.“
Autor: Corinna Wiesler






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Leserkommentare (5)
Mehr KommentareWir sollten doch mal auf demTeppich bleiben was die Resonanz betrifft. Der Pforzheimer Gruschtelmarkt ist schon lange nicht mehr das was er einmal gewesen ist .OK! Das weiter war Sorry Scheiße ! Aber mal Hand aufs Herz ! Wo sind 700 Anbieter gewesen ?Wo war der Jugengruschtelmarkt ? Und warum meint mitunter jeder der ein altes Stück Blech oder Porzelan besitzt einen Schatz zu verkaufen? Beispiel ! Ein Händler aus !!!!! Freiburg hatte ein Werbeschild der Brauerei Rothaus. 60x40 cm Glas ...... mehr...
Ich war am Samstag zwischen 10 und 11 Uhr dort. Erster Eindruck (im vergleichenden Rückblick auf viele Jahre Gruschtelmarkt-Erfahrung als Besucher), so wenig Stände habe ich bisher ja noch nie gesehen! Auch der Besucherstrom war selbst um diese frühe Zeit sonst deutlich grösser. Eine gewisse Rolle dürfte wohl das Wetter gespielt haben, ich war froh, wieder um halb zwölf zuhause zu sein und Wind und Regen vor der Haustüre lassen zu können. Das Angebot? Das übliche Sortiment halt, viele ...... mehr...
Der Batteriewechsler sitzt auf jedem Markt in Pforzheim . Und der überteuerte Afrikaramsch hatte dort wohl auch nichts zu suchen. Warum werden solch Stände eigentlich geduldet ? Haben Sie mal die Preise dort verfolgt ? mehr...