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11.04.2011

Hat 63-Jähriger Frau im Keller vergewaltigt?

PFORZHEIM. Wegen Vergewaltigung muss sich derzeit ein 63-jähriger Pforzheimer vor der Auswärtigen Großen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe verantworten. Oberstaatsanwältin Gabriele Gugau hat den Mann angeklagt, sich im März 2010 an einer 55-jährigen Frau vergangen zu haben. Der Angeklagte soll die mutmaßliche Geschädigte nach einer Wohnungsbesichtigung im Kellerraum zu sexuellen Handlungen genötigt haben.

Diesen Vorwurf weist der Mann jedoch vehement von sich, vielmehr sei er, so seine Aussage vor Gericht, von der Frau „angemacht“ worden. „Ich habe mich geschmeichelt gefühlt“, begründete der Angeklagte den folgenden, seiner Aussage nach einvernehmlichen Geschlechtsverkehr. Die damalige Immobilienmaklerin soll stark alkoholisiert gewesen sein. Dies wurde auch vom Hausmeister des besichtigten Hauses bestätigt, der allerdings bei dem eigentlichen Tatgeschehen im Keller nicht mehr anwesend war. „Das Auftreten der Frau war irgendwie abnormal“, beschreibt der Angeklagte, der von Rechtsanwalt Michael Schilpp verteidigt wird, das Geschehen rund um die sexuellen Handlungen im Keller. Nach dem Geschlechtsverkehr soll das mutmaßliche Opfer Geld gefordert haben, dafür sah der Angeklagte allerdings keine Veranlassung. "Dann regeln wir die Sache auf einem anderen Weg“, soll die Frau gesagt haben, bevor sie am nächsten Tag bei der Polizei eine Anzeige wegen Vergewaltigung erstattete. Trotz kleinerer Widersprüche in der Tatdarstellung und dem Blutalkoholgehalt von über 2,5 Promille während der Vernehmung, nahmen die Ermittlungsbeamten die Vorwürfe von der mutmaßlichen Geschädigten sehr ernst. Die Zeugenaussage der Frau, die gemeinsam mit Rechtsanwalt Stephan Stöcker als Nebenklägerin auftritt, fand bei der Gerichtsverhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Am Freitag, 15. April 2011, 9 Uhr, wird der Strafprozess unter Vorsitz von Richter Eric Werner fortgesetzt.