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Puppe im Arm: Margarete Wetzel zeigt, wie man das Kind hält.
Puppe im Arm: Margarete Wetzel zeigt, wie man das Kind hält.
21.04.2017

Hebammen-Mangel führt zu Engpässen in Kliniken

Blutige Brustwarzen, ein Neugeborenes mit Gelbfieber: Immer wieder hat die freiberufliche Hebamme Margarete Wetzel, 59, mit aus der Klinik frisch entlassenen Müttern zu tun, die vor allem am Wochenende Rat suchen. Die zu kurzen Liegezeiten auf Entbindungsstationen, die überlasteten Kolleginnen in den Kreißsälen und die fehlenden niedergelassenen Kinderärzte schlagen sich auf ihr Arbeitspensum und das ihrer Kolleginnen nieder.

Dabei gibt es immer weniger von ihnen. „Die Hebammen in den Kreißsälen machen zusammen mit den Gynäkologen einen engagierten Job, aber sie arbeiten am Limit“, sagt sie. Das bekommt sie als Rückmeldung aus fachlichen Gesprächen, aber auch von den 120 Schwangeren, die sie jährlich in ihrer Gemeinschaftspraxis begleitet; von der Schwangerschaft bis zu einem Jahr danach. Manchmal reichten wenige Termine, manchmal sehe sie die Mütter regelmäßig. Seit Mitte der 1980er-Jahre praktiziert Wetzel – im Moment mit vier Kolleginnen an der Westlichen.

Brandbrief ans Land

Ein Brandbrief der Hebammen an die Landespolitik sorgte vor einigen Wochen für Aufregung. Der Babyboom im Land bringt die Infrastruktur anscheinend an die Grenzen. Landesweit führt der Hebammenmangel nach Einschätzung des Landesverbands zu gefährlichen Situationen. Und dazu, dass Schwangere von Klinken abgewiesen würden.

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