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15.07.2011

Historische Ofenkachelwand ins Bäuerliche Museum umgezogen

Wir alle sind Brüder, wir alle sind gleich. Der Reiche, der lebt von des Armen Schweiß.“ Solche Sprüche finden sich auf Ofenkacheln aus dem Jahr 1862, die im Stadtmuseum Brötzingen zu sehen waren. Die Ofenwand mit 108 Plättchen zieht nun um. Da im Stadtmuseum ein Ausstellungsraum für Wechselausstellungen geschaffen wird, mussten die Ofenplättchen hier weichen.

Die offizielle Übergabe findet am Sonntag, 17. Juli, im Bäuerlichen Museum in Eutingen statt. Ortsvorsteher Helge Hutmacher übergibt die neu gestaltete Küche um 14 Uhr der Öffentlichkeit. Unter dem Motto „Alles in Butter“ zeigt um 15.30 Uhr der Heimatverein Eutingen, man früher Butter hergestellt wurde. Anschließend kann jeder probieren, wie selbst gemachte Butter schmeckt. Sonderführungen übernimmt Museumspädagoge Horst Frisch.

„Es gibt wohl keinen Bereich in der Volkskunst, bei dem sich Weltverständnis, Lebensauffassung und die Wunschträume des einfachen Mannes so vielfältig und reflektiert darstellen“, sagt Kulturreferentin Isabel Greschat. Es habe Zeiten gegeben, in denen Fliesen nur in einer ganz bestimmten Gegend, nämlich im nördlichen Schwarzwald östlich der Enz und im Raum Mühlacker, Böblingen und Nagold in einer anderen Funktion und aus einem anderen Material als heute verwendet worden seien. Gemeint sind die Ofenplättchen aus gebranntem Ton, die, zu ganzen Wänden zusammengestellt, die Fachwerkwand hinter den gusseisernen Stubenöfen vor Feuergefahr schützen sollte.