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12.11.2010

Immer an die Leser denken

„Das ist die Zeitung für Pforzheim schlechthin“, sagt Heinz Ringe. Er ist einer der Büchenbronner, die am Stand der PZ vor dem Eingang des Edeka-Markts Halt machen. Chefredakteur Holger Knöferl und Reporter Olaf Lorch-Gerstenmaier wollen hier ins Gespräch kommen mit der Bevölkerung, sich Anregungen holen, Lob einheimsen oder Kritik einstecken – was eben so dazu gehört zu einem lebendigen Austausch zwischen Lesern und ihrer Zeitung.

Es ist kalt, es nieselt, und das zwei Stunden lang. Viele Menschen hasten vorbei, drängen ins Warme, Trockene. Doch da ist auch jemand wie Renate Thielsen, die ohne die Lektüre der „Pforzheimer Zeitung“ nicht aus dem Haus geht. „G'sälzbrot, Käsbrot, Kaffee, PZ“, so sieht der Morgen aus. Eine dreiviertel Stunde liest sie ihre PZ von vorne bis hinten durch. Davon träumen Zeitungsmacher, wenn sie sich den idealen Leser vorstellen.

„Ich habe eine Nachbarin, die hat eine andere Zeitung – und will von mir wissen, was sich so tut, weil's halt in der PZ steht“, sagt Karola Hofmann, die mit Enkel Vincent einkaufen will. Seit sie 1964 nach Engelsbrand, später nach Grunbach gezogen ist, ist sie treue Leserin der „Pforzheimer Zeitung“. Ebenfalls eit 1964 hat auch Günter Hammer vom Sonnhof die PZ abonniert.

Noch länger dabei ist die 83-jährige rüstige Dame aus altem Pforzheimer Schmuckadel, die sich in Büchenbronn, wo sie seit 15 Jahren lebt, nur „Frau Barnie“ nennen lässt. „Barnie“ ist der Mischling aus kroatischem Hütehund und Collie. 14 Jahre ist er alt, aber wenn er der Hündin vom Herrmannsee angesichtig wird, hat er die Kraft der zwei Herzen, wie sein Frauchen versichert. Treu blickt „Barnie“ zu den beiden Redakteuren herauf. Die haben zwar viele kleine Aufmerksamkeiten aus dem Medienhaus dabei – von der Prosecco-Dose über Malblock und -stifte, Käppis und Gummibärchen –, aber leider nicht „Barnies“ Leibspeise. Denn dazu müssten sie es machen wie Frauchen und mit Liebe Putenschenkel, Reis und Nudeln für den Napf kochen. So erfährt man Sachen von den Leuten – und das ist gut so. ol