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Die Gemarkungsgrenze von Neulingen und Ispringen verläuft direkt am Hofgut Katharinental. Foto: Beck
Die Gemarkungsgrenze von Neulingen und Ispringen verläuft direkt am Hofgut Katharinental. Foto: Beck
08.12.2015

Info-Stau gefährdet Reitzentrum - Noch viele Hürden in Sicht

„Ich verfolge mit großer Spannung, wie es weitergeht“, waren die Worte von Neulingens Bürgermeister Michael Schmidt, als Mitte des Jahres bekannt wurde, dass der Reitverein Pforzheim-Hohberg mit dem Pforzheimer Reiterverein für ein gemeinsames Pferdesportzentrum das Gebiet um den Katharinentaler Hof ins Auge gefasst hat. Aus Spannung ist nun eher Anspannung geworden. Er sei „irritiert, entsetzt, konsterniert über die Abläufe“, sagte Schmidt.

Das Hofgut befindet sich zwar in Besitz der Stadt, liegt aber auf Neulinger Gemarkung, die dort an Ispringer Gebiet grenzt. Anfang Juli hatte OB Gert Hager die Enzkreis-Bürgermeister angerufen und über das mögliche Projekt informiert. Ein Treffen, in dem Hager die Pläne genauer habe erläutern wollen, sei mehrmals verschoben worden und nun erst für 2016 geplant. Nach der jüngsten PZ-Berichterstattung habe Schmidt das Gefühl, „dass die Pläne sehr weit gediehen sind“ und ist verärgert über die fehlende Kommunikation seitens der Stadt. „So kann ein solches Verfahren nicht ablaufen“, sagt er, so habe er „keinen größeren Gestaltungswillen“. Schmidt sei „über die Überlegungen informiert worden. Zwar telefonisch, aber er weiß, worum es geht“, sagt hingegen Hager.

Planungsrechtliche Hindernisse

Abgesehen von der fehlenden Information sieht Schmidt planungsrechtliche Hindernisse für das Pferdesportzentrum: Im Flächennutzungsplan des Gemeindeverwaltungsverbands Neulingen, dem Kieselbronn und Ölbronn-Dürrn angehören, sei so etwas nicht vorgesehen. Der Denkmalschutz müsse berücksichtigt werden, und ein Teilflächennutzungsplan, die Landwirtschaft betreffend, könnte beim Ansiedeln von Gastronomie „spannend werden“. Zudem sei für das Gebiet kein Bebauungsplan vorhanden. „Ich kann nur Fragezeichen am Horizont sehen – sonst nichts“, sagt Schmidt. Mehr Klarheit soll bald ein Gespräch mit den beiden Präsidenten der Reitvereine, Christian Kraus und Markus Bechtle, bringen. Schließlich gehe es bei den von einem Architekten und einem Reitanlagenbauer entworfenen Plänen lediglich um eine „Schablone“, sagt Kraus. Der Standort sei noch völlig offen. Das Reitzentrum, das auf dem Papier geplant sei, könne an einem anderen Ort ebenso entstehen.

Der Ispringer Bürgermeister Volker Winkel hat bereits Anfang November ein Gespräch mit den Vereinspräsidenten geführt. Es sei dabei aber nicht um Details gegangen. „Wenn, dann betrifft es uns nur am äußersten Zipfel unserer Gemarkungsfläche.“ Er stehe dem Projekt offen gegenüber. „Ich sehe das mit Gelassenheit und gewisser Freude“, so Winkel. „Wenn es kommt, wie die Vereine es sich vorstellen, gibt das ein Highlight, einen reiterischen Leckerbissen. Ich freue mich darauf.“

Michael Schmidts Sorge um die Auswirkungen eines Pferdesportzentrums auf den Ländlichen Reit-, Zucht- und Fahrverein Göbrichen seien unbegründet, sagt Kraus. Schmidts Vorschlag, über eine Fusion mit dem Verein nachzudenken, steht er offen gegenüber: „Je mehr, desto besser.“