

PFORZHEIM. „Wir sollten einen Goldtaler auf den Weg bringen“, waren sich die Waldorfschüler der Goetheschule nach dem Seminar mit Christian Gelleri allemal einig. So überzeugend konnte der Vorsitzende des Vereins „Chiemgauer“ die Erfolgsgeschichte von „Regiogeld – Ein Gewinn für alle“ nachweisen. Mit der Frage „Liebe Eltern und Lehrer, wo kauft ihr eigentlich ein?“ hatten Ende September 2002 sechs Schülerinnen gemeinsam mit Christian Gelleri das „Chiemgauer“-Projekt auf den Weg gebracht.
Schon am 30. Januar 2003 erfolgte die Ausgabe der ersten 2000 „Chiemgauer“-Gutscheine, der mittlerweile bundesweit 28 Initiativen gefolgt sind, die mit regionalem Geld arbeiten. „Wir fördern nicht nur die regionale Wirtschaft, sondern leisten auch einen sozialen Beitrag“, betonte Christian Gelleri mit Blick auf das gleichberechtigte Zahlungsmittel. Im Wert von 1:1 tauschen die Vereinsmitglieder an derzeit über 40 Ausgabestellen ihre Euro in „Chiemgauer“, um damit bei den örtlichen Unternehmen einzukaufen. „Die besondere Freiheit des Geldes“, so Christian Gelleri weiter, äußere sich vor allem an den beinhalteten drei Prozent, die in örtliche soziale Maßnahmen investiert werden. „Die Chiemgauer werden schnell ausgegeben, denn bei Nichtbeachten der Gültigkeit droht eine Gebühr“, weiht der Mitbegründer in den Umgang mit dem begehrten Regionalgeld ein. Erste Statistiken haben ergeben, dass der Chiemgauer sogar dreimal so schnell wie ein Euro unterwegs ist.
„Ein spezielles Hologrammpapier mit Wasserzeichen“, kann Gelleri mühelos die Sicherheitsbedenken der Waldorfschüler ausräumen, dass der „Chiemgauer“ an einem Farbkopierer gefälscht werden könnte. So ist die Zufriedenheit der Verbraucher im Chiemgauer Netzwerk hoch, auch die Unternehmen hätten das Preis-Leistungs-Verhältnis längst schätzen gelernt. „Eine Hand wäscht die andere“, bemüht er ein altes Sprichwort, das mittlerweile sogar in Gestalt der bargeldfreien RegioCard zu finden ist. „Der Chiemgauer bewährt sich trotz Finanzmarktkrise als Schwunggeld“, so Christian Gelleri mit Blick auf eine nachhaltige Regionalentwicklung. mb





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