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13.10.2011

Jahresempfang zum "Tag der Gewerkschaften" im Bürgerhaus

Seinen Jahresempfang im Bürgerhaus Buckenberg-Haidach zum Tag der Gewerkschaften hat der DGB gestern mit einem Zitat von Hermann Hesse überschrieben: „Damit das Mögliche entstehe, muss immer wieder das Unmögliche versucht werden.“

Susanne Nittel von der DGB-Geschäftsstelle Pforzheim freute sich darüber, dass der „Tag der Gewerkschaften“ im Bürgerhaus Buckenberg-Hadach gefeiert werde – da, wo das Kinder-, Jugend-, Integrations- und Generationenhaus mit mehr als 60 Angeboten in Pforzheim nicht mehr weg zu denken sei. „Ich wünsche mir, dass die finanzielle Unterstützung für eine Zukunft dieses Hauses, für diese Kinder und Menschen vor Ort, von den Politikern weiter gewährt wird“, sagte sie. „Mit mehr als 31 000 Gewerkschaftsmitgliedern gehört der DGB zu einer der größten Organisationen in der Region Nordschwarzwald“, sagte sie.

Besonders freute sie sich über den Besuch der Sozialbürgermeisterin Monika Müller. „Pforzheim ist im Aufbruch, und ich glaube, dazu hat auch der Masterplan beigetragen.“ Jetzt gelte es, Konkretes umzusetzen, um Pforzheim voranzubringen. Ob im Bildungsbereich oder arbeitsmarktpolitisch – dies seien zwei ganz zentrale und wichtige Themen in der Goldstadt, um der Armut entgegen zu wirken.

„Vielleicht schaffen wir es auch, uns zu frauenpolitischen Themen gemeinsam stark zu machen. Ich würde mich freuen, wenn das Frauenbündnis Pforzheim / Enzkreis Verstärkung bekommt“, sagte Nittel.

Lars Treusch, Stellvertreter des DGB-Regionsvorsitzenden Nordbaden, gab einen Überblick über den Anlass des Tages der Gewerkschaften. Er erinnerte an die DGB- Gründung am 13. Oktober 1949 in München durch 16 Gewerkschaften und sprach die Verfolgung der Gewerkschafter in der Nazi-Zeit an. Treusch sah das Thema „Eurokrise“ als eine Herausforderung für die Gewerkschaften an. Er forderte die europäische Solidarität mit den Schuldenstaaten ein und befürwortete eine Finanz-Tansaktionssteuer und die Regulierung der Finanzmärkte.

Die Schieflage in Europa sei auch wegen der deutschen Lohnzurückhaltung entstanden. Deshalb müsse jetzt ein fairer Anteil am Wohlstand eingefordert und der Niedriglohnsektor bekämpft werden. „Wir brauchen keine staatlichen Subventionen, sondern einen allgemeinem, gesetzlichem Mindestlohn.“

Auch zum Thema Sozialversicherungen äußerte er sich. Es gehe um die Rettung der paritätischen Finanzierung von Gesundheit, Pflege und Rente. Er kritisierte die Rente mit 67 und lehnte die stetig zunehmende Privatisierung der Sozialversicherung zu Lasten der Arbeitnehmer ab.

Prekäre Beschäftigung mit Befristungen, Niedriglöhne und Leiharbeit sah er als Ursachen der steigenden Altersarmut an, die besser als bisher bekämpft werden müsse.

Unternehmen sollten zukunftsgerichtet handeln und in Ausbildung investieren. „Nur so kann der Fachkräftebedarf künftig gesichert und der Standort Deutschland erhalten werden“, sagte er.

Den unterhaltsamen Teil des Empfangs gestaltete Fredy Striegler. Er ist Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall Pforzheim, aktiv in der Jugendarbeit, Musiker und studierter Theologe.

www.nordbaden.dgb.de