07. Juni 2012
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Jens Boscheinen, Frontman von "Back in a Minute", singt den Pforzheimer EM-Song "The Winners".
Jens Boscheinen, Frontman von "Back in a Minute", singt den Pforzheimer EM-Song "The Winners".
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David Bregazzi, Patrick Werner und Thomas Zigann (von links) sind überzeugt: Ihr EM-Song wird ein Hit. Foto: Privat
David Bregazzi, Patrick Werner und Thomas Zigann (von links) sind überzeugt: Ihr EM-Song wird ein Hit. Foto: Privat
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Jetzt geht`s los: Ein Ohrwurm fürs EM-Fußballfest

Dass Thomas Ziganns langjähriger Freund David Bregazzi aus Huchenfeld immer den irischen Schalk im Nacken hat, weiß der in Neuenbürg wohnende Fotodesigner ganz genau. So verwunderte es den gebürtigen Pforzheimer auch nicht, als ihn der immer gut gelaunte irische Englischdozent fragte, ob er denn nicht einen EM-Song komponieren könne. Zigann, der bereits in den 90-ern mit der Pforzheimer Band "Mason" international die Bühnen rockte, sagte zu. "The Winners" heißt der Song, der, eingespielt von "Back in a Minute", auf PZ-news und auf Youtube zu hören und zu sehen ist.

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Das ist nicht der erste Song von Zigann. Der Ex-"Mason"-Gitarrist spielte zum Beispiel mit seinem Projekt "Fate" bei "Rock am Ring", und in jüngster Zeit wurde ein Song aus seiner Feder von Produzentenlegende Michael Wagener ("Metallica", "Ozzy Osbourne") aus Nashville für die amerikanische Rockband "Hydrogyn" aufgenommen.

In nicht mal einer Stunde war das Grundgerüst des Songs in Ziganns Homestudio aufgenommen. Von Bregazzi kam die Idee zum Songtitel „The Winners“. Während Zigann sich mit der Ausarbeitung des kompletten Arrangements wie Gesang, Chor, Gitarren, Bässe und Schlagzeug beschäftigte, schrieb Bregazzi den Text für die rockige Abgehnummer.

„Es war für mich wichtig, dass der Leadgesang von einem tragenden mehrstimmigen Chor umrahmt wird und richtig groß klingt“, sagte Zigann im PZ-news-Interview. Der Frontmann sollte Charisma, Stimme und Bühnenerfahrung mitbringen, so Zigann. Dabei erinnerte er sich an den Auftritt einer jungen Band bei einem Schulfest des Kepler-Gymnasiums in Pforzheim. Dort sah er den 23-Jährigen Jens Boscheinen von "Goldstadtkind". „Seine Ausstrahlung und Art zu singen, hat mich sofort begeistert“, berichtete Zigann. Über Facebook fand er Boscheinen, und der sagte sofort zu, ohne den Song vorher gehört zu haben. „Da wusste ich, dass das Ganze gut wird“, so Zigann.

Bregazzi und Zigann wollten den Song professionell aufnehmen. So wurden die Bassspuren bei Asotos Zafaridis im Neuenbürger Tonstudio "New Records" eingespielt. Durch die digitale Studiotechnik war es dem Songwriter möglich, die Aufnahmen der Vorproduktion an vielen verschiedenen Orten sehr hochwertig aufzunehmen und später in einem Studio final zusammenzubauen.

In der Schlussphase holte sich Zigann für den Song Unterstützung von weiteren Musikern.

Oliver Güttinger von "Cover up" verpasste dem EM-Song coole Leadgitarren und "Outrage"-Bassist Raffaele Giordano sorgte für den treibenden Bass im Hintergrund. Mike Parson, früher bei "Mason", und Yannick Argast von "Outrage" unterstützen Zigann bei den Schlagzeugaufnahmen.

Für die Aufnahmen der kompletten Vocals, Gitarren und für den so wichtigen Endmix des Songs wählte Zigann das Pforzheimer "Inner-Ear-Studio" von Thomas Mrochen. „Thomas Mrochen ist ein absoluter Perfektionist und hat genau das richtige Ohr für so eine Abgehnummer. Ich wollte, dass der Song rockig klingt, aber auch zum Mittanzen anmacht und auf jeden Fall airplay tauglich ist“, erklärte Zigann.

Fehlte also bloß noch das obligatorische Musikvideo. Ein Online-Casting Netz muss her. „Natürlich sollten die Jungs um Frontmann Jens gut aussehen und vor allen Dingen auch richtig spielen können“, so Bregazzi. In kurzer Zeit steht mit Rouven Sadler, Michael Huber, Benjamin Achkachou und Yannick Argast das Line-up um Sänger Boscheinen fest. Einige Musiker haben sogar ihre eigenen Bands und bringen die nötige Live-Erfahrung mit. Patrick Werner, Fotodesigner aus Königsbach mit Video-Erfahrung, gefällt der Song. Er ist sofort dabei, ebenso Katharia Kulm aus Neulingen, die für das videotaugliche Make-up und die Frisuren verantwortlich ist. Um den Partycharakter des geplanten Musikvideos zu verstärken, werden in Windeseile weibliche Fans organisiert und Tanzelemente zum Mitmachen von Tanja Friedrich von der gleichnamigen Pforzheimer Tanzschule choreographiert.

Das geplante Musik-Video kann nur durch einen professionellen Look Aufmerksamkeit erregen, sind sich Bregazzi, Werner und Zigann einig. Entsprechend aufwendig ist Lichtaufbau und Kameratechnik. Im Werner-Studio drehen Band und die Macher von "The Winners" an mehreren Tagen Gigabytes an Filmmaterial. Stundenlang schwitzen Team, Band und Mädchen im Scheinwerferlicht. „Alle waren hoch konzentriert und mit viel Engagement bei der Sache“, schwärmt Werner.

Der muss sich dann durch Hunderte von Filmaufnahmen kämpfen und Szenen selektieren. Stundenlang feilten Werner und Zigann am finalen Videoschnitt. Zuletzt fügte Werner in akribischer Feinarbeit Digital-Effekte ein.

Bis zum Schluss können sich Bregazzi und Zigann auf keinen Bandnamen einigen. Erst in letzter Minute finden die beiden den passenden Namen: "Back in a Minute".

Da hinter dem ganzen Selfmade-Projekt keine Plattenfirma steht, haben Zigann und Bregazzi beschlossen, den EM-Song aus Pforzheim über soziale Netzwerke zu pushen und so Aufmerksamkeit zu erregen. „Jeder hat einen Freund, dem er den Song oder einen Link zum Video schicken kann“, lachen die beiden. Sie hoffen auf eine Art Ping-Pong-Effekt im Netz. Viele Klicks erzeugen bisweilen auch Aufmerksamkeit bei den großen Plattenlabels. Und dass das klappen kann, haben viele namhafte Acts im Netz bewiesen.

Wäre doch toll, wenn die deutsche Nationalmannschaft dieses mal statt Xavier Naidoo „The winners“ von "Back in a Minute" in der Umkleidekabine hört. tz

Autor: Jennifer Kopka

08.06.2012

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