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19. Juni 2012
Körperliche Verletzungen erlitt eine junge Frau durch einen brutalen Überfall in der Pforzheimer Innenstadt zwar auch, aber schwerwiegender waren die seelischen Verletzungen, die noch immer andauern.
Körperliche Verletzungen erlitt eine junge Frau durch einen brutalen Überfall in der Pforzheimer Innenstadt zwar auch, aber schwerwiegender waren die seelischen Verletzungen, die noch immer andauern.
© Symbolbild: Seibel

Junge Frau hat Albträume nach brutalem Überfall

Pforzheim. Zwei junge Männer haben vor dem Jugendschöffengericht Bewährungsstrafen erhalten. Sie hatten eine junge Frau mitten in der Pforzheimer Innenstadt überfallen. Trotz ihrer massiven Gegenwehr hat die junge Frau mit den Folgen des Überfalls zu kämpfen.

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Sie ließ sie einfach nicht los – die Sporttasche. Da seien nicht nur die Klamotten vom Training im Fitnessstudio drin gewesen, so die Zeugin, sondern auch der Geldbeutel, sämtliche Papiere, Kreditkarte und das Handy. Ebenso ein Pulsmesser. Und auch als sie bereits am Boden lag und die beiden Jugendlichen auf sie einschlugen, spielte sie äußerst beherzt ganz und gar nicht die Rolle des hilflosen Opfers, sondern hielt ihre Tasche weiter fest. Und begann zu schreien. Sehr laut, bis ihre Peiniger von ihr abließen und das Weite suchten – ohne die Sporttasche.

Opfer wehrt sich massiv

Ihren mehr oder weniger spontanen Raubzug hatten sich die beiden heute 19 und 17 Jahre alten Angeklagten sicher anders vorgestellt und nicht mit der massiven Gegenwehr ihres Opfers gerechnet. Zu ihren Gunsten muss man auch annehmen, dass sie sich über die Folgen ihrer Tat vorab keine Gedanken gemacht haben. Sicher kann man aber auch sein, das Stefan P. und Wolfgang S. (Namen geändert) nach der Verhandlung vor dem Jugendschöffengericht wegen „versuchtem Raub“ und „gefährlicher Körperverletzung“ endgültig klargeworden ist, was sie mit ihrer feigen und brutalen Tat angerichtet haben.

Die sichtbaren Verletzungen durch den Überfall waren nicht allzu schwer. Aber es gibt auch Verletzungen, die man nicht sieht. Verletzungen an der Seele waren und sind bei der betroffenen Frau nach wie vor schwerwiegend. Bis heute traut sie sich bei Dunkelheit nicht mehr aus dem Haus. Sie hat Albträume. Die Psychologin, bei der sie in Behandlung ist, hat eine „posttraumatische Belastungsstörung“ durch den Überfall bei ihr diagnostiziert.

Sicherheitsgefühl erschüttert

Als ein Horror-Szenario bezeichnete Staatsanwältin Melanie Wetzel in ihrem Plädoyer das, was der jungen Frau im Oktober 2010 gegen 21 Uhr mitten in der Pforzheimer Innenstadt passiert ist. Opfer zu werden sei ein tiefer Einschnitt im Leben und ganz zentral seien die Langzeitfolgen der Psyche. „Man ist in seinem Sicherheitsgefühl tief erschüttert“, so Wetzel. Sie forderte Jugendstrafen von einem Jahr und zehn Monaten für Stefan P., den älteren der beiden Angeklagten sowie ein Jahr und fünf Monate für Wolfgang S. Deren Verteidiger – Katja Visel und Steffen Kazmaier – plädierten für deutlich geringere Strafen.

Richter Andreas Witulski schloss sich bezüglich des Strafmaßes der Staatsanwältin an. Wolfgang S. bekam sogar noch einen Monat mehr. Die Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Darüber hinaus müssen die jungen Männer 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Autor: Rainer Würth | pforzheim

20.06.2012

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Leserkommentare (27)

Mehr Kommentare
1
echthe | 19.06.2012 | 19:20

Die Strafen wurden zur Bewährung ausgesetzt. Toll,so ein Rechtsprecher gehört mal überfallen,damit er die Tragweite einer solchen Tat begreift.Ich könnt kotzen wenn ich lesen muß"Die sichtbaren Verletzungen durch den Überfall waren nicht allzu schwer."-hat halt ein paar Wochen blaue Augen und Prellungen gehabt,sonst nicht so schlimm oder was???????????????? mehr...

2
GFrensch | 19.06.2012 | 19:38

Die beiden Täter haben echt Glück gehabt: Wenn sie paar Euro Steuer hinterzogen hätten, dann wären sie im Gefängnis gelandet. Der Staat schützt sein Geld, seine Bürger sind ihm vollkommen egal. mehr...

3
Shaggy | 19.06.2012 | 21:12

die kommentararmut erklär ich mir bei diesem schockierenden beitrag nur deshalb das die die anstatt ali und mehmet, die namen stefan und wolfgang stehen... das ist das ebenfalls traurig... mehr...

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