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20.10.2009

Kommentar: Stadt will Geld für Wahlpanne womöglich zurückholen

PFORZHEIM. Die Stadtkasse ist leer. Da fällt es schon ins Gewicht, wenn die Stadt wegen eines falschen und eines fehlenden Buchstabens bei einer Berufsbezeichnung für Stimmzettel doppelt zahlen muss. Jetzt will die Stadt eventuell das Geld von anderen zurückholen. Das kommentiert PZ-Redakteur Marek Klimanski.

Fehler müssen passieren dürfen. Wir reden hier schließlich nicht über Herzchirurgen, Piloten, nicht mal über Fußball-Nationaltorhüter. Deren Fehler sind meist irreparabel. Außerdem sind sie Profis.

Ganz anders als ehrenamtliche Kommunalpolitiker, denen Schnitzer bis zu einem gewissen Grad unterlaufen dürfen. Sie halten durch ihr Engagement am Feierabend die kommunale Demokratie am Laufen. Und dennoch: Wenn es stimmt, dass die Stadt die Freien Wähler auf die unterschiedlichen Berufsbezeichnungen ihrer Kandidatin hingewiesen hat, wird das Rathaus sehr ernsthaft prüfen müssen, ob es den Zweitdruck der Stimmzettel komplett aus der Stadtkasse zahlt.

Nicht nur, weil die mittlerweile völlig leer ist. Sondern auch, weil Pforzheim zuletzt landesweit häufiger wenig schmeichelhaft in der Presse auftauchte. Derivate-Pleite und gescheiterte Bürgermeisterwahl brachten der Stadt die Schlagzeile „Chaostage in Pforzheim“ ein. In dieser Lage zumindest in Sachen Stimmzettel-Fiasko nicht schuld und darum auch nicht der alleinige Zahlmeister sein zu wollen, wäre nur allzu verständlich.