

Darauf haben die Autofahrer aus der Region lange gewartet: Die Pforzheimer Westtangente rückt näher. In der Rangliste der baureifen Bundesfernstraßen-Projekte im Südwesten, die die Landesregierung am Montag vorstellte, steht die langersehnte Umfahrung für Pforzheim unter 20 Projekten weit vorne. „In der Gruppe mit den fünf wichtigsten Vorhaben ist die Westtangente auf Platz zwei“, sagte Pforzheims Oberbürgermeister Gert Hager.
Diese fünf Straßenbauprojekte werden ab 2014 umgesetzt. „Jetzt sind die Bundestagsabgeordneten aus Pforzheim und dem Enzkreis, besonders die der Regierungskoalition, in der Pflicht, dafür zu sorgen, dass das Geld fließt“, so Hager. Den Kommunen, Umweltverbänden sowie Industrie- und Handelskammern erläuterte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) die Reihenfolge für den Ausbau wichtiger Straßen in Baden-Württemberg.
Autofahrer haben seit vielen Jahren einen beschwerlichen Weg vor sich, wenn sie in Pforzheim-West von der A8 kommen und auf die Bundesstraßen im Brötzinger Tal und im Nagoldtal wollen. Sie quälen sich durch die Großstadt – das kostet Zeit und bei der Rotwelle auch Nerven. Seit langem setzte sich die Region deshalb für die Umgehung der Innenstadt ein.
Jahrelang tat sich aber nichts. Dabei hat das Land schon den ersten Teil der Westtangente gebaut. Rund zehn Millionen Euro kostete der Bau des neuen Knotens an der Autobahn und der Bundesstraße. Wären die neue Brücke über die B10 und die Zufahrtsrampen mit dem weiteren Straßenbau der Umgehung ins Brötzinger Tal verknüpft worden, hätte das Bundesverkehrsministerium die Westtangente als laufendes Projekt weiter finanziert. Doch die beiden Abschnitte wurden voneinander getrennt. Die Straße vom neuen Verkehrsknoten bis zur B294 galt nicht als bereits gestartetes Verfahren, sondern als Neubeginn.
Das aber schmälerte die Chancen für die Pforzheimer Umgehung. Denn die grün-rote Landesregierung entschied sich dafür, keine neuen Straßenprojekte mehr zu beginnen, solange der Bund nicht genügend Geld für die Länder bereitstellt. Mit den Finanzmitteln des Bundesverkehrsministeriums könnten nur noch die Straßen ausgebaut werden, die bereits begonnen wurden, sagte Verkehrsminister Winfried Hermann im April im Gespräch mit der „Pforzheimer Zeitung“. Im Land standen aber noch 20 Projekte auf der Liste baureifer Projekte. Um den Kommunen Planungssicherheit zu geben, entschied sich das Land für ein Priorisierungsverfahren. Ausschlaggebend für die Bewertung der Vorhaben waren sechs Kriterien, darunter das Nutzen-Kosten-Verhältnis, die Verkehrssicherheit, der Verkehrsfluss und die Lärmbelastung. Die Landesregierung hofft auf zusätzliche Mittel aus Berlin, etwa im Rahmen eines Sonderprogramms. Dann könnte der erste Teil der Westtangente sogar noch früher gebaut werden.
Autor: Ralf Steinert






Das lesen Abonnenten am Montag in Ihrer "Pforzheimer Zeitung":





Leserkommentare (14)
Mehr KommentareIch glaubs erst wenn ich zum ersten mal drauf gefahren bin. mehr...
[QUOTE=b12kult;126554]Ich glaubs erst wenn ich zum ersten mal drauf gefahren bin.[/QUOTE] Geht mir genau so.:cool: mehr...
10 Millionen für den Knoten???? Ein vernüftiger Kreisverkehr und es wären mindestens 8 Millionen für die Westtangente übrig geblieben! mehr...