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25. Mai 2012
Unterricht für alleinerziehende Frauen: Daniela Lavalle, Sylwia Dyba, Yvonne Weinhold, Projektleiterin Andrea Riegraf, Veronica Seguel und Sarah Bühler (von links) halten Kompaz für eine gute Sache.
Unterricht für alleinerziehende Frauen: Daniela Lavalle, Sylwia Dyba, Yvonne Weinhold, Projektleiterin Andrea Riegraf, Veronica Seguel und Sarah Bühler (von links) halten Kompaz für eine gute Sache.

Kompetenzzentrum hat 214 Alleinerziehenden den Weg in die Arbeit gezeigt

Vor gut zwei Jahren hatte das Kompetenzzentrum für Alleinerziehende (Kompaz) seine Arbeit begonnen. Finanziell unterstützt von der Europäischen Union, dem Bund und den Jobcentern Pforzheim und Enzkreis mit jährlich insgesamt 420000 Euro haben bislang 214 Alleinerziehende (vier davon Männer) von der Unterstützung partizipiert, um eine Lehrstelle oder einem Job zu bekommen.

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Ute Hötzer, Geschäftsführerin von Q-Prints & Service, dem Träger von Kompaz, zieht eine positive Zwischenbilanz: Knapp 50 Prozent der Frauen erlangten durch eine enge Begleitung, durch Bewerbungstraining, Unterricht in EDV und Mathe sowie Firmenpraktika eine Arbeit, eine Ausbildung oder gingen in eine Weiterbildung. Und dass, obwohl sie sich in der Regel damit finanziell schlechter stellten als mit der Sozialhilfe. Über die Hälfte beendete zumindest den ersten Teil des einjährigen Kurses. Sie hatten nachweislich ein höheres Selbstbewusstsein und profitierten vom Unterricht.

Der Politologe Andreas Hammer, der das Projekt wissenschaftlich begleitet und ausgewertet hat, hat außerdem eine hohe Motivation bei den Teilnehmerinnen festgestellt, arbeiten zu gehen. Er hält die Vermittlungsquote für beachtlich, weil der Arbeitsmarkt ja ohnehin angespannt sei.

Haupthemmnis neben fehlenden Schulabschlüssen (36 Prozent) und fehlender Ausbildung (75 Prozent) war die mangelnde Kinderbetreuung. Außerdem hatten die Teilnehmer zum Teil psychische Beeinträchtigungen. Immerhin brauchten 18 Prozent der Frauen einige Monate nach Beendigung der Maßnahme keine Sozialhilfe mehr. Dauerhaft, sagt Hammer, müsse die Gesellschaft zu anderen Löhnen kommen und zu mehr Teilzeitausbildungsplätzen, um den Frauen eine realistische Chance zu geben.

Gespräche über früher

Projektleiterin Andrea Riegraf hat öfter die Situation erlebt, in denen die Frauen bereits Arbeit in Aussicht hatten und dann wegen fehlender Kinderbetreuung scheiterten.

Wie wichtig das intensive Gespräch mit den Frauen sei, zeigt das Beispiel einer 40-jährigen Polin. Nach dem Tod ihres Mannes wollte sie putzen gehen, um sich und die Kinder zu ernähren. Es stellte sich heraus, das sie in Polen eine fachgebundene Hochschulreife absolviert hatte. „Jetzt hat sie eine Ausbildung begonnen,“ sagt Andrea Riegraf.

Die Finanzierung des Kompetenzentrums läuft Ende 2012 aus. Hötzer hofft auf eine Anschlussfinanzierung für ein Modell, dass seinesgleichen in anderen Kommunen suche.

Autor: Martina Schaefer | Pforzheim

27.05.2012

Leserkommentare (11)

Mehr Kommentare
1
And1 | 27.05.2012 | 02:36

Ist eine Superidee und jede Unterstützung wert... Mir persönlich würde der Umstand allein erziehend oder überhaupt erziehend zu sein, noch weitere Kräfte verleihen... Auf alle Fälle keine Spur von Überforderung wenn es gilt beides zu managen. (Ausbildung und Kindererziehung) Auch dann nicht, wenn angebliche Kinderschutzeinrichtungen der Meinung sind, dass letzteres so sei... mehr...

2
Anais | 27.05.2012 | 22:24

[QUOTE=And1;124480]Ist eine Superidee und jede Unterstützung wert... Mir persönlich würde der Umstand allein erziehend oder überhaupt erziehend zu sein, noch weitere Kräfte verleihen... Auf alle Fälle keine Spur von Überforderung wenn es gilt beides zu managen. (Ausbildung und Kindererziehung) Auch dann nicht, wenn angebliche Kinderschutzeinrichtungen der Meinung sind, dass letzteres so sei...[/QUOTE] Was wollen Sie mit Ihrem Kommentar eigentlich sagen? mehr...

3
powertrommeln rudi | 27.05.2012 | 23:19

[QUOTE=Anais;124554]Was wollen Sie mit Ihrem Kommentar eigentlich sagen?[/QUOTE] ...bloss nicht die rosarote Brille abnehmen! mehr...

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