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17.03.2011

Lange Haftstrafe nach brutaler Disko-Schlägerei

PFORZHEIM. Zu einer Jugendfreiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten wegen vorsätzlicher Körperverletzung wurde am Amtsgericht Pforzheim ein 20-jähriger Heranwachsender verurteilt. Während Millionen Fernsehzuschauer Ende Mai des vergangenen Jahres einen Klitschko-Boxkampf um Weltmeisterehren bestaunten, war es nur wenige Stunden später unter Landsleuten und ohne großes Publikum zu einer brutalen Schlägerei vor einer Pforzheimer Diskothek gekommen.

Zwei Männer wurden bei einer Schlägerei mit jeweils einem einzigen Faustschlag zu Boden gestreckt, wobei eines der Opfer sogar noch mit dem Kopf gegen einen Wand schlug und bewusstlos liegen blieb. Es sollen Schläge ohne Vorwarnung gewesen sein, so die beiden Geschädigten. Einer erlitt eine Platzwunde im Gesicht, die genäht werden musste, und eine Gehirnerschütterung. Sein Freund musste mit einer Nasenbeinfraktur ins Krankenhaus eingeliefert und wenige Tage später operiert werden.

Ein dritter Mitstreiter, der seinerzeit die Schläge noch mit ansehen musste, soll von einem unbekannten Beteiligten einen Schlag abbekommen haben. Diese drei Männer konnten den Verursacher recht schnell anhand von Fotos identifizieren, die auf der Intenetseite der Diskothek zu finden sind. Deshalb musste sich vor dem Jugendschöffengericht nun der 20-jährige Heranwachsende verantworten, der sich allerdings zu den von Staatsanwältin Regina Schmid angeklagten Vorwürfen nicht äußerte. „Die glaubhaften Aussagen der Geschädigten, die erheblichen Verletzungen, die Gutachten der Sachverständigen und die Arztprotokolle“, so Richter Ingo Mertgen, hätten das Gericht nach der Gesamtschau von der eindeutigen Schuld des Angeklagten überzeugt.

„Wer am Ende die blutige Nase hat, muss nicht immer das Opfer sein“, meldete die auf Freispruch plädierende Rechtsanwältin Jutta Götz erhebliche Zweifel an der Schuld ihres Mandanten an. „Er macht munter weiter“, betonte Staatsanwältin Regina Schmid die besorgniserregende Rückfallgeschwindigkeit des einschlägig vorbestraften Angeklagten. Erst drei Wochen vor dem angeklagten Tatgeschehen war der Mann vom Landgericht Karlsruhe wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Jugendhaftstrafe von zwei Jahren verurteilt worden, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Aus diesem und dem aktuellen Urteil wurde eine Gesamtstrafe gebildet, die der mehrfache Bewährungsbrecher nun antreten muss.