



Kirchenmusik mit ihren vielen Facetten konnten die Besucher am Samstagabend in den Kirchen der Stadt erleben. Das dritte Pforzheimer Kirchenmusikfest mit der „Langen Nacht der Kirchenmusik“ begann unter freiem Himmel im Schlosspark und viele Interessierte kamen. Der Bezirksbläserchor unter der Leitung von Axel Pfrommer stimmte auf diesen besonderen Abend ein.
Unter der Leitung von Bezirkskantor Kord Michaelis erklangen dann bekannte Kirchenlieder aus zahlreiche Kehlen. Der gemeinsame Chor aus „Choregio“ und der Stephanus Kantorei sang engelsgleich unter der Leitung von Wolfgang Bürck und unterstützte die Besucher, die auf der Wiese Lieder und den Kanon „Halleluja“ sangen. Am Keyboard begleitete Timo Rinke.
„Ich freue mich über das dritte Chorfest und die lange Nacht der Kirchenmusik in Pforzheim“, sagte Dekan Hendrik Stössel. Er sieht darin eine Möglichkeit der Kirchen, sich nach außen zu präsenteren. „Wenn jedes Wort gesagt ist, kommt die Stunde der Musik, in der wir Gott loben und preisen“, so Stössel. Dekan Axel Ebert ermunterte die Besucher, die Kirchen der Stadt aufzusuchen. „Denn es gibt eine Menge zu erleben.“ Also strömten die Besucher in die Barfüßerkirche, wo Michael Eckerle an der Orgel spielte, und das „Chörle“ unter der Leitung von Bernhard Kaburek auf der Empore das „Ave Maria“ sang. Später gab es in dieser Kirche ein Konzert mit Gemshörnern und dem Flötenensemble der Michaelsgemeinde unter der Leitung von Kerstin Bischoff. Bei Kerzenschein erklangen Weisen auf Blockflöten mit Adelheid Bartel und am Cembalo mit Karen Kirschenbauer.
Im 20-Minutentakt begannen in den Kirchen die unterschiedlichsten Konzerte von Bach bis Gospel, die jeweils 30 Minuten dauerten. Selbst die Sportlichsten unter den Kirchenbesuchern konnten nicht alle 13 Konzerte erleben. In der Schlosskirche sang der Motettenchor Pforzheim a cappella unter der Leitung von Kord Michaelis „Amao Omi“, eine leise Weise von Giya Kancheli, die den sinnlosen Krieg in seiner georgischen Heimat zum Thema nimmt. Später erklang ein Orgelkonzert „Bach pur“ mit Wolfgang Bürck.
Auf den Stufen der Herz-Jesu- Kirche sitzend, erlebten die Besucher ein Blechbläserkonzert mit dem Pforzheimer Bläserensemble unter der Leitung von Axel Becker. Die Bandbreite reichte von einem Marsch von Henry Purcell bis zum Abendsegen aus „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck. Später präsentierte die Schola an Herz Jesu im Innern der Kirche Gregorianischem Gesang, begleitet von Matias Kohlmann an der Orgel. Zu späterer Stunde spielte Michael Eckerle an der Orgel Charlie Chaplin „Der Graf“. Er spielte auch Opernmelodien in der Franziskuskirche. In der Stadtkirche erklangen mitreißende Lieder des Gospelchores der evangelischen Weststadtgemeinde unter der Leitung von Bertold Engel, der die Besucher zum Mitsingen aufforderte. Später spielte das Bachorchester Pforzheim unter der Leitung von Michaelis Werke von Heinrich Ignaz Franz Biber, Jean Sibelius und Harald Grenzmer. In der Stadtkirche fand das letzte Konzert bis kurz vor Mitternacht mit dem Oratorienchor, dem Motettenchor, dem Bachorchester und der Jugendkantorei statt. Gestern stand dann das Abschlusskonzert der Chöre aus den Kirchenbezirken Pforzheim-Stadt und -Land in der Stadtkirche auf dem Programm.
Autor: Waltraud Günther






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