

PFORZHEIM. Im Familienzentrum Au gibt es eine Bücherkiste. Dort können die Kinder stöbern und auswählen, was sie mit ihren Paten lesen möchten. Nach den Hausaufgaben, versteht sich. Aber die sind schnell gemacht, denn die Vorfreude auf die Lesepaten beflügelt.
Anders läuft es an der Nordstadt- und der Schanzschule. Hier sind die Lesepaten vormittags aktiv. Während der regulären Unterrichtsstunde, aber außerhalb des Klassenzimmers, wird hier gelesen. Die Zweitklässler bringen ihr Schulbuch mit. Ein weiteres Modell bietet die Birkenfelder Friedrich-Silcher-Schule, in die die Lesepaten nach dem Unterricht kommen. Gemeinsam ist diesen Modellen, dass nicht die Paten, sondern die Kinder selbst vorlesen. Sie bekommen Unterstützung durch die Erwachsenen, können Fragen stellen und gemeinsam über das Gelesene sprechen. „Es ist für die Schüler eine ganz besondere Situation, sie werden einzeln wahrgenommen, intensiver als dies im Klassenverband mit 27 Schülern möglich ist“, meint Monika Fieß, Lehrerin an der Friedrich-Silcher-Schule. „Deshalb verpassen die Kinder auch keinen Termin mit ihren Lesepaten.“ Und sie berichtet von spürbaren Erfolgen. Die Sprach- und Lesefähigkeit der Kinder habe sich verbessert, was auch in den anderen Schulfächern sichtbar werde.
Dies bestätigt Regine Hahn vom Bürgerverein Nordstadt, die die Lesepatenschaften an der Nordstadt- und Schanzschule organisiert. Ihr Anliegen ist es, die Freude am Lesen zu wecken und somit den Grundstein zu legen für möglichst gute Bildungschancen der Kinder. „Wenn die Mädchen und Jungen im Familienzentrum sich gegenseitig ihre Lieblingsbücher vorstellen, dann gestaltet sich das fast wie ein kleines Theaterstück“, berichtet Doris Winter, Leiterin des Familienzentrums Au.
Über so viel positive Rückmeldungen freuen sich Petra Bohnenberger und Bärbel Grötzinger, die Koordinatorinnen der Freiwilligen Agentur Pforzheim-Enzkreis (FRAG). Ende September 2009 haben sie die „Aktion Lesepaten“ gestartet, um Schulen, Familienzentren und auch Kindergärten bei ihrer Suche nach Lesepaten zu unterstützen. Die FRAG berät Interessenten über die verschiedenen Möglichkeiten der Lesepatenschaft und vermittelt sie an die gewünschte Einrichtung.
Seit Start der Aktion hat die FRAG knapp 60 Lesepaten vermittelt, über die Hälfte davon in Gemeinden im Enzkreis. Nun soll das Projekt auf weitere Schulen in Pforzheim und im Enzkreis ausgeweitet werden.
Es bestehen Kooperationen mit der Freiwilligenagentur in Mühlacker und dem Bürgertreff Straubenhardt. „Einen Wunsch hätte ich noch“, so Frank Wolfangel, stellvertretender Leiter des Familienzentrums Au: „Schön wäre es, wenn sich mehr Männer als Lesepaten engagieren würden.“ pm
Für persönliche Auskünfte stehen Petra Bohnenberger telefonisch unter (0 72 31) 38 00 16, oder Bärbel Grötzinger unter (0 72 31) 3 27 98 zur Verfügung.





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