22° Aktuelles Wetter
Mo, 21.05.2012
> Zum Wetter
Vorheriges Bild
Nächstes Bild
Fachkundiges Publikum:  Die Podiumsdiskussion stieß auch bei Oberbürgermeisterin Christel Augenstein und Ehemann Jörg (Mitte vorne) auf Interesse.
Fachkundiges Publikum: Die Podiumsdiskussion stieß auch bei Oberbürgermeisterin Christel Augenstein und Ehemann Jörg (Mitte vorne) auf Interesse.
© Ketterl
Hochkarätiges Podium:  Schmuckwelten- Juwelier Georg Leicht, Gellner-Chef Jörg Gellner, Markus Wojnar, Geschäftsführer von Maurice Lacroix, Jürgen Metkemeyer, Chefredakteur der „Pforzheimer Zeitung“ , Wellendorff-Geschäftsführer Christof Welle
Hochkarätiges Podium: Schmuckwelten- Juwelier Georg Leicht, Gellner-Chef Jörg Gellner, Markus Wojnar, Geschäftsführer von Maurice Lacroix, Jürgen Metkemeyer, Chefredakteur der „Pforzheimer Zeitung“ , Wellendorff-Geschäftsführer Christof Wellendorff sowie Alexander Meth von Meth-Media (von links).
Vorheriges Bild
Nächstes Bild

Luxus funktioniert auch in Zeiten der Rezession

Für Christoph Wellendorff ist Ernest Gallo ein Vorbild, ein Mann der Taten, ein Mann, der schlicht und ergreifend keine andere Chance hatte, als – gemeinsam mit seinem Bruder Julio – der Beste zu werden. Auch damals, Ende der 20er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts, habe es eine Weltwirtschaftskrise gegeben, erzählte der Schmuckunternehmer dem gespannt lauschenden Publikum, das sich am Mittwochabend zu der Podiumsdiskussion „Luxus in Zeiten der Rezession“ unter Leitung des Chefredakteurs der „Pforzheimer Zeitung“, Jürgen Metkemeyer, in den Schmuckwelten Pforzheim versammelt hatte.

Anzeige

Gallo, Sohn italienischer Einwanderern aus dem Piemont, habe in Kalifornien niemanden gekannt, hatte kaum Geld und sprach die Sprache nicht, führte Wellendorff aus. Heute halten die beiden Brüder mit „E. & J. Gallo Winery“ das weltgrößte Weingut in Familienbesitz und sind zweitgrößter Weinproduzent der USA. Eine Erfolgsgeschichte also.

„Ob Krise oder nicht, auch wir konzentrieren uns ausschließlich auf unser Geschäft“, sagte er. Nur zwei Dinge seien wichtig: Die Produkte – und damit einhergehend die besten Mitarbeiter, Materialien und Technologien – sowie die Kunden. „Und sonst nichts“, so der Pforzheimer Schmuckunternehmer. Das beste Produkt finde zu jeder Zeit Abnehmer, lautet Wellendorffs Devise.

„Die große Chance dieser Krise liegt in Sachwerten, in Immobilien, Diamanten und Gold“, ist auch Alexander Meth, Herausgeber der Fachzeitschrift „Der Juwelier.at“, überzeugt. Die Chance sei so groß wie nie. Georg Leicht, Pforzheimer Juwelier, präzisiert: „Wir haben wahre Werte anzubieten, ganz im Gegensatz zu anderen Luxusartikeln, die vor allem durch gutes Marketing zu Luxusartikeln werden.“ Wichtig sei nun, diese Werte mit entsprechender Glaubwürdigkeit und Seriosität zu verkaufen. „Noch sind unsere Umsätze nicht besorgniserregend“, so der Juwelier.

„Wir sind keine Marke“

Leichter gesagt, als getan, fand eine Unternehmerin, die im Auditorium saß. „Wir sind keine Marke“, sagte sie, weshalb die Juweliere derzeit kaum Interesse an ihren Produkten zeigten. „Sie müssen dem Juwelier klar machen, dass Sie sich mit ihrem Produkt abheben“, so Leicht.

Doch Meth bremste etwas: „Juweliere wollen momentan auf Sicherheit gehen, daher entscheiden sie sich für Marken.“ Sogenannte „No-name“-Produkte fänden aktuell keinen Zuspruch mehr. So einfach sei das nicht, widersprach Wellendorff: „Wir laden unsere Kunden ein und suchen nach gemeinsamen Zielen.“ Probleme des Juweliers müssten gelöst werden. Derzeit gebe es vorrangig eines: „Wie verkaufe ich?“ Entscheidend sei, aus der Rolle des Lieferanten heraus in eine Partnerschaft hineinzukommen.

Ein Schulterschluss muss nach Meinung von Markus Wojnar, Maurice Lacroix-Geschäftsführer, aber auch zwischen den Produzenten angestrebt werden. Was laut Jörg Gellner, Chef des Perlenschmuckunternehmens Gellner, jedoch gar nicht so einfach ist. „Was Pforzheim verschlafen hat, ist ‚made in germany’“, so seine Kritik. Inhalte eines Produkts würden nicht mehr transportiert und viele Firmen seien einfach zu klein dazu. „Mit einem Marketingbudget von 200 000 bis 300 000 Euro im Jahr kommt man nicht weit.“ Wichtig wäre daher ein ganzheitliches Konzept für Pforzheim, findet auch Wellendorff. „Einzelprojekte zu starten ist fast unmöglich, wenn manchen ohnehin schon das Wasser bis zum Hals steht.“

30.05.2011

Weitere Artikel, Bilder und Videos zum Thema

Schriftgröße A A A
Artikel teilen
Anzeige
Anzeige
Top Adressen
Anzeige
Top Angebote
Anzeige
Regional Finder
Ispringen
Kämpfelbach
Eisingen
Königsbach-Stein
Remchingen
Keltern
Straubenhardt
Birkenfeld
Neuenbürg
Engelsbrand
Unterreichenbach
Schömberg
Neuhausen
Tiefenbronn
Heimsheim
Friolzheim
Wimsheim
Mönsheim
Wiernsheim
Wurmberg
Niefern-Öschelbronn
Kieselbronn
Neulingen
Ölbronn-Dürrn
Ötisheim
Mühlacker
Illingen
Maulbronn
Sternenfels
Knittlingen
Oberderdingen
Pforzheim
Exklusiv in der PZ

Das lesen Abonnenten am Montag exklusiv in Ihrer "Pforzheimer Zeitung":

Angeblich will Norbert Röttgen seine Entlassung nicht unwidersprochen lassen. Droht der Union jetzt eine Schlammschlacht? Hagen Strauss, PZ-Mitarbeiter in Berlin, ist dieser Frage nachgegangen. Seite 2

Hier geht es zum PZ-Abo und zum 14-Tage-Probeabo

Hier geht es zum E-Paper ...

PZ lesen per E-Paper

zum Log-In                       zur Startseite

Umfrage
Ist die Energiewende noch zu schaffen?
PZ-news auf Facebook
Umfrage
Welches Spiel wollen Sie im Video sehen?
Webcam
Mo, 21.05.2012 10:50
Anzeige
Anzeige