

in Krisenzeiten tun können.
Eigentlich ist es ganz einfach zu einem kleinen oder auch größeren Vermögen zu kommen: „Don’t lose money!“ – „Verlier kein Geld!“, sagt Max Otte, Autor des Buches „Der Crash kommt“, im Brustton der Überzeugung und erntet damit herzhaftes Gelächter seines Auditoriums.
Wenn es denn so einfach wäre, wird sich dabei wohl manch einer der gut zweihundert Zuhörer im Forum der „Pforzheimer Zeitung“ am Dienstagabend gedacht haben. Und dennoch: Der renommierte Professor für allgemeine und internationale Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Worms und Leiter des 1999 von ihm gegründeten Instituts für Vermögensentwicklung GmbH in Köln scheint sich selbst genauestens an diese Regel zu halten. Aktien kauft er ausschließlich von guten Unternehmen, die eine lange Tradition sowie eine solide Firmenleitung haben und nach Möglichkeit weltweit agieren.
„Kaufen sie keine Geheimtipps wie Biotech-Aktien oder Medientipps“, empfiehlt der Profi. Die wollten alle haben und das treibe den Preis der Papiere. An der Börse müsse man grundsätzlich gegen den Strom schwimmen, so sein Rat. „Das ist bisweilen extrem schwer“, räumt Otte ein. Es sei dennoch rentabel – insbesondere zurzeit. „Es ist kaum jemand auf dem Markt anzutreffen“, berichtet er seine Erfahrungen. Die Bedingungen seien gut, um Qualität zu einem realen Preis zu kaufen.
Ohnehin ist Otte ein großer Freund von Aktien. Denn die Eigentumsanteile an existierenden Unternehmen seien gut gegen Inflation geschützt, man könne sein Vermögen auf mehrere Beteiligungen verteilen und Aktien seien pflegeleicht sowie handelbar. Einzige zu beachtende Regel: „Man hält Aktien langfristig!“, mahnt der Autor aus Köln. Die Börse verhalte sich kurzfristig oftmals sehr irrational und bis ein Privatanleger reagieren könne, sei es häufig zu spät oder schlicht der falsche Zeitpunkt. Ergo: Er macht Verluste. Und da ist sie wieder, seine Regel: „Don’t lose!“
Daher empfiehlt der Finanzexperte den aufmerksam lauschenden Gästen der Pforzheimer Kanzlei Ladenburger Neifeind Schmücker und Homann sowie der „Pforzheimer Zeitung“, nicht alles in Aktien zu investieren. „Ein Stuhl steht schließlich auch nicht auf einem Bein“, so Ottes trockener Kommentar. Die optimale Vermögensaufteilung nach André Kostolany, dem legendären Börsen- und Finanzexperten, sei folgendermaßen: Ein Drittel in Aktien, ein Drittel in Geld, Gold und Anleihen, sowie ein Drittel in Immobilien. Wobei der Professor anmerkt, dass die Deutschen tendenziell zu sehr auf Immobilien setzen. „Insbesondere in mittleren und schlechten Lagen sind die Renditeperspektiven nicht gut“, warnt er.
Dennoch: „Wenn alles gut läuft, haben Sie genügend Vermögen für ein weiteres Drittel, das Sie dann im Ausland anlegen“, sagt Otte lachend und schiebt den Hinweis für das verwundert, aber auch amüsiert raunende Publikum hinterher, dass das natürlich ausschließlich steuerehrlich ratsam sei.
Alles in allem spricht sich Otte klar fürs Sparen aus. „Man sollte immer mehr Vermögen als Verbindlichkeiten haben“, so eine weitere seiner goldenen Regeln, die angesichts der Krise jedoch insbesondere für den deutschen Mittelstand nur schwer zu befolgen sein könnte. Denn: „Wir haben eine mittelstandsfeindliche Politik“, sagt er. Die Regierung Merkel und Müntefering sorge für eine schleichende Enteignung und Vermögensumverteilung aus der Mitte nach oben und unten. Mit der Folge, dass normal arbeitende Menschen vor der Wirtschaftskrise nicht mehr genug zurücklegen könnten, um später ein Sicherheitspolster zu haben. Bliebe also nur noch zu hoffen, dass die Konjunkturpakete zu einer Inflation führten. „Denn eine Deflation ist etwas, das wir uns sicher nicht wünschen sollten“, erinnert der Autor an die Weltwirtschaftskrise von 1929, die unter anderem zu Unternehmenszusammenbrüchen und massiver Arbeitslosigkeit geführt hat. Doch Otte malt nicht nur schwarz: „Wir werden eine etwa zweijährige Durststrecke haben, aber viele Mittelständler stehen trotzdem noch gut da und werden es auch schaffen.“
Autor: Yvonne Kunadt





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