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19.10.2010

Messer aus Notwehr gezogen: Freispruch für Jugendliche

PFORZHEIM. Eine wilde Schlägerei unter alkoholisierten Besuchern der Diskothek „Flash“ auf der Wilferdinger Höhe bleibt ohne strafrechtliche Folgen. Zwei Brüder aus einer Enzkreisgemeinde, die wegen gefährlicher Körperverletzung angeklagt waren, wurden vom Jugendschöffengericht am Amtsgericht Pforzheim freigesprochen.

Am Karfreitag des vergangenen Jahres war es in der Nähe der Diskothek zu Tätlichkeiten zwischen zwei multikulturellen Gruppen gekommen. Nach verbalen Auseinandersetzungen in der Disko und einigen Ohrfeigen im Außenbereich konnten die Türsteher dafür sorgen, dass sich die Streitenden entfernen. Zunächst schien sich die Angelegenheit erledigt zu haben. Ein 22-jähriger Mann, der spätere Geschädigte, konnte sich allerdings nicht beruhigen und muss so viel „Wut im Bauch“ gehabt haben, dass er den beiden Angeklagten folgte. So geriet er mit einem der beiden Brüder in ein Gerangel, bei dem er sich gleich mehrere Schnittverletzungen an Ohr, Hals, Kinn und Unterarm zuzog. Von einem Messer hatte das Opfer während des Kampfes weder etwas gesehen oder gespürt, erst als er Blut an sich wahrnahm, bemerkte er die Wunden. „Ich hatte kein Messer“, wehrte der Hauptangeklagte den Vorwurf vehement ab, obwohl eine Reihe von Zeugen einen langen glänzenden Gegenstand in der Hand des Mannes gesehen haben.