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14.10.2011

Militärpfarrer wurde 90

Pforzheim/Varal. Jetzt ist er 90 Jahre alt geworden und immer noch kein bischen leise: Helmut Oeß. In Dillweißenstein als Sohn des Hauptlehrers Friedrich Oeß und dessen Frau Paula (geborene Kaufmann) aufgewachsen, machte er das Abitur am Reuchlin-Gymnasium und wurde 1939 zur Wehrmacht eingezogen.

Nach Kriegsende studierte er Theologie. Stationen als Vikar und Militärpfarrer waren Freiburg, Bruchsal, Waldangelbach, Pforzheim und Ispringen bis 1961. Danach betreute er als Militärpfarrer unter anderem die auf Sardinien stationierte Luftwaffe, zudem war er an Bord des Schulschiffes „Deutschland“. Es folgte eine Berufung zum Militär-Dekan in Köln, schließlich war Oeß bis zu seiner Pensionierung 1987 als Landespolizeipfarrer für Baden tätig.

Als Unruheständler zog Helmut Oeß mit seiner Frau Ruth (sie konnten dieses Jahr diamantene Hochzeit feiern) vom Walzbachtal ins friesische Varel. Doch viele Verbindungen nach Pforzheim und in die Region wurden aufrecht erhalten, weil Oeß weiterhin der hießigen Männergesellschaft „Schlaraffia Porta Hercyniae“ angehört. Der Meister des Limericks (Teile von „Das entbäffnete Pfäffchen“ waren in der PZ veröffentlicht worden), Texter von Kirchenliedern, Kabarett-Schreiber und ehemalige Züchter der Hunderasse Scottish Deerhound hatte an seinem runden Geburtstag, den er in weiterhin bemerkenswerter Gesundheit und geistiger Frische begehen konnte, auf seinem Bauernhof auch Besuch aus Pforzheim begrüßen können. Zu den Gratulanten von „Tillwitz“, so sein Schlaraffia-Name, war auch Oberschlaraff Dieter Bareis („Blinzel“) gekommen, der die Rückkehr aus seinem Schweden-Urlaub zu einem Abstecher an die Nordseeküste nutzte.