

Pforzheim. Da soll noch mal jemand sagen, Pforzheim wäre ein Radwege-Niemandsland. Fast an jeder Kreuzung sind mittlerweile Schilder zu finden, auf denen Radlern gezeigt wird, wo’s für sie lang geht. Und sozusagen heimlich still und leise ist am vergangenen Sonntag eine neue Route hinzugekommen unter dem Motto „Per Pedal zur Poesie“ in der Reihe „Literarische Radwege“. Die Route führt von Nagold über Calw, Hirsau und Bad Liebenzell nach Pforzheim.
Für ihre literarischen Radwege ist die im Deutschen Literaturarchiv Marbach/Neckar angesiedelte „Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg“ vor zwei Jahren von der Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ ausgezeichnet worden. Den Anfang hatte einst ein Rundweg von Laufen aus – den Spuren von Friedrich Hölderlin und anderen folgend – gemacht. Ziel ist es, die Landkarte von Baden-Württemberg auf neue Weise erfahrbar zu machen.
Eduard Mörike, Heimito von Doderer, Hermann Hesse, Agnus Sapper, Lion Feuchtwanger und Johannes Reuchlin stehen fortan von Nagold nach Pforzheim und umgekehrt im Mittelpunkt. Wer sich übrigens fragt, was Mörike mit Nagold zu tun hat, dem kann gesagt werden: Als der Dichter sich hier im Juli 1862 zu einer Badekur aufhielt, besuchte er auch den Apotheker und Naturforscher Heinrich Zeller in dessen neu errichtetem Gartenhaus.
Von diesem aus geht es nun über knapp 60 Kilometer zur Schloß- und Stiftskirche St. Michael und zum Museum Johannes Reuchlin in Pforzheim. Von Pforzheim aus soll diese literarische Fahrradroute später bis zum Kloster in Maulbronn verlängert werden.
Autor: Thomas Frei






