
PFORZHEIM. Der PZ-Bericht über eine Elfjährige, die in der Buslinie 3 nicht mitfahren durfte, weil sie unerwünschtes Kleingeld dabei hatte hat im Internet eine rege Diskussion über die Höflichkeit der Busfahrer und angemessenes Verhalten den Kunden gegenüber ausgelöst. Jetzt schildert ein PZ-Leser eine Begebenheit, die schon 45 Jahre zurückliege, ihm aber unvergesslich geblieben sei.
„Eine Dame wollte mit einer Handvoll Ein- und Zwei-Pfennigstücken ihre Fahrt bezahlen. Mit griesgrämigem Gesichtsausdruck nahm der Fahrer das Kleingeld, gab der Frau eine Quittung, kurbelte das Fenster herunter und warf aussagekräftig die Handvoll Kleingeld auf die Straße“, schildert der Leser. Die Passagiere, die dies mitbekommen hätten, hielten den Atem an und schwiegen. „Kein beleidigendes Wort war gefallen“, erinnert er sich.
Dem Chauffeur müsse man allerdings zugutehalten, dass er manchen jungen Mann am Schopfe ergriffen und aus dem Sitz gezogen habe, wenn ältere und schwächere Leute hätten stehen müssen, weil junge Flegel schneller den Busplatz besetzt hätten als die älteren.
„Damit war der Fall erledigt, und der Heranwachsende hatte seine Lektion gelernt“, so der PZ-Leser. So etwas sei heute undenkbar, aber früher habe sich Erziehung wie ein roter Faden durch sämtliche Bereiche des Lebens auch in der Öffentlichkeit gezogen – auch an Orten, an denen man es nicht erwartet habe. Der Unterschied zur angeblich heutigen Dienstleistungsgesellschaft sei es aber, dass der Fahrgast vor 45 Jahren trotz allem mehr König als heute gewesen sei und mitfahren durfte, obwohl das Kleingeld auf der Straße gelandet war.Roger Rosendahl





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